Ein Familiendrama mit Krimi-Effekt

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geerthi Avatar

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«Sommerhaus» von Rachel Joyce erzählt die Familiengeschichte des 70-jährigen Künstlers Vic und seiner vier Kinder Netta, Susan, Gustav und Iris. Das Drama nimmt seinen Lauf, als Vic seine unerwartete Hochzeit ankündigt. Schockierend daran ist das Alter seiner Verlobten. Bella-Mae ist erst 27 Jahre alt und damit jünger als seine eigenen Kinder. Nach einer viel zu kurzen Kennenlernphase läuten bereits die Hochzeitsglocken. Doch kurz darauf stirbt Vic unerwartet und die Familie kommt wieder zusammen.
Besonders gelungen ist der Einstieg ins Buch. Da die Geschichte viele Charaktere umfasst, ist eine klare Übersicht für mich persönlich wichtig. Rachel Joyce hat das perfekt umgesetzt! Schon im ersten Kapitel werden die Kinder und Vic so präzise beschrieben, dass mir der direkte Einstieg mühelos gelang. Auch Vics Vergangenheit in Kapitel 3, also von seiner Kindheit bis zum Weg als Künstler, ist wunderbar erzählt. Sie macht greifbar, welche schweren Zeiten er durchleben musste.
Die Haupthandlung spielt in der Gegenwart, wird aber immer wieder durch tiefgründige Rückblicke ins Leben der Kinder unterbrochen. Beim Lesen entwickelte sich eine Dynamik, die mich an einen Kriminalfall erinnerte, den es zu lösen gilt. Erst im Verlauf wurde mir klar, dass es sich um ein tiefgründiges Familiendrama handelte, das zum Nachdenken bringt.
Überrascht hat mich die andere Sichtweise gegen Ende des Buches in Kapitel 26. Der plötzliche Perspektivenwechsel stellt die gesamte Geschichte völlig auf den Kopf. Denn so habe ich es überhaupt nicht erwartet!
Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht und mich gleichzeitig bestens unterhalten. Es wirft spannende Fragen auf. Wie sieht das echte Leben eines Künstlers aus? Ist es so von Leuten geprägt wie das von Vic? Ehrlich gesagt hatte ich nach dem Klappentext eine andere Dynamik erwartet, doch dieser Roman überzeugt vielmehr durch seine emotionale Tiefe. Ein absolut lesenswertes Buch, dem ich gerne 4 von 5 Sternen gebe ⭐️⭐️⭐️⭐️