Eine schier unglaubliche Familiengeschichte

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
philo Avatar

Von

Das sehr schöne Cover gibt die Atmosphäre der Villa am See wieder und man wünscht sich heitere Sommertage. Weit gefehlt. Die Geschichte entwickelt sich in eine überraschende Richtung. Der bekannte Maler Vic Kemp ist ein sehr selbstbewusster und von sich überzeugter Künstler, den ich nicht sehr sympathisch finde. Nach dem Tod seiner Frau hat er das Kommando über seine vier Kinder Netta, Susan, Goose und Iris übernommen, die ihn alle vier bewundern und nach seiner Pfeife tanzen. Es hat den Anschein, daß die vier eng miteinander verbunden sind. Gemeinsam mit ihrem Vater haben sie sorglose und fröhliche Sommerferien in ihrem Sommerhaus verbracht. Als ihr Vater den Kindern aber jetzt im Alter von 72 Jahren eröffnet, wieder zu heiraten, und zwar die 27jährige Bella-Mae, verändert sich das gesamte Familiengefüge. Nach der Hochzeit zieht Vic mit Bella-Mae in das Sommerhaus. Seine Kinder brechen den Kontakt zu ihm ab. Als Vic einige Wochen später im See ertrinkt, reisen alle Kinder an. Sie wollen Bella-Mae kennenlernen, die sie für eine Betrügerin halten und ihr sogar einen Mord an ihrem Vater zutrauen. Über vielen Mißverständnissen zerbricht der Zusammenhalt der Geschwister, und es zeigt sich, daß alle unter dem dominanten Vater gelitten haben. In einem bitteren Streit gehen sie auseinander und gehen sich jahrelang aus dem Weg.
Das Buch beschreibt in beeindruckender Weise, wie ein Vater seine Kinder manipuliert und sie gegeneinander ausspielt, um sie letztendlich auseinander zu treiben. Die Protagonisten waren mir alle nicht sonderlich sympathisch, aber sie haben mich gereizt, mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ich habe das Buch gerne gelesen, weil ich solche außergewöhnlichen Familienverhältnisse interessant finde. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung ab und 5 verdiente Punkte.