Familienroman über Verlust, Schuld und Neuanfänge

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karategirl Avatar

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Sommerhaus hat mich auf eine ganz besondere Weise berührt. Es ist kein spannender Thriller und auch keine Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen. Stattdessen lebt das Buch von seinen Figuren und ihren Beziehungen.
Im Mittelpunkt stehen vier erwachsene Geschwister, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters im Sommerhaus der Familie am italienischen Ortasee zusammenkommen. Dort werden nicht nur Fragen zu seinem Tod aufgeworfen, sondern auch alte Konflikte, Erinnerungen und lange verdrängte Gefühle.
Besonders gut gefallen hat mir, wie fein Rachel Joyce ihre Figuren zeichnet. Keiner ist perfekt und jeder trägt seine eigenen Verletzungen mit sich. Gerade dadurch wirken die Geschwister sehr echt und ihre Beziehungen zueinander haben mich oft nachdenklich gemacht.
Auch die Atmosphäre hat mir sehr gefallen. Das Sommerhaus am See, die italienische Landschaft und die ruhigen Beschreibungen schaffen eine besondere Stimmung, die wunderbar zur Geschichte passt.
Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam. Man sollte allerdings keine schnelle Handlung erwarten. Das Buch nimmt sich Zeit für seine Figuren und ihre Entwicklung. Mir hat das gut gefallen, auch wenn sich manche Stellen etwas gezogen haben.
Insgesamt ist Sommerhaus ein gefühlvoller Familienroman über Verlust, Schuld, Neuanfänge und die Frage, wie gut wir die Menschen kennen, die uns am nächsten stehen.