Familienzuwachs der etwas anderen Art
„Ich habe die Liebe meines Lebens kennengelernt. Sie heißt Bella-Mae. Und ich werde sie heiraten.“ Wenn das mal keine Ansage ist!
In einer hippen Kellerbar in Soho trifft sich Vic Kemp, der berühmte Maler, mit seinen erwachsenen Kindern. Ihr ganzes bisheriges Leben waren Netta, Susan, Goose und Iris ihrem Vater sehr nah, da ihre Mutter schon früh verstorben ist. Und nun gedenkt ihr 76jähriger Vater eine 27jährige zu heiraten. Sie sei Künstlerin, meint Vic. Zwei verwandte Seelen wären sie, sie kennen sich erst kurz und doch sind sie sich vollkommen sicher. Er schwärmt noch mehr von ihr, ein Kennenlernen wird es bald geben.
Der Roman wird in drei Teilen präsentiert, beginnend mit „Bella-Mae, London, 2015“. Allerdings warte ich vergeblich auf sie, trotzdem es die Übertitelung des ersten Teiles suggeriert. Denn zunächst liegt der Focus auf den sehr unterschiedlichen Lebensweisen der vier Geschwister und ihrer Anreise zum Sommerhaus der Familie, das direkt am Lago d’Orta liegt, nachdem sie völlig überraschend vom Tod ihres Vaters erfahren haben.
Die Charaktere sind also bestens eingeführt, auch habe ich von Vic ein gutes Bild vor Augen, nur Bella-Mae bleibt weiterhin unsichtbar. Unweigerlich drängt sich mir die Frage auf, ob es diese Frau denn wirklich gibt. Auch im Sommerhaus ist sie zwar in allen Köpfen sehr präsent, physisch aber nicht anwesend, lediglich Lazlo tritt in Erscheinung. Ihr Cousin soll er sein – ob das stimmt?
Die Erzählung wird nach einer für meine Begriffe zu langen Einführung zunehmend intensiver. Ist Vic, der exzellente Schwimmer, wirklich ertrunken? Allen voran ist es Netta, die große Zweifel hegt. Vics Gemälde sind verschwunden, ein Testament ist nicht auffindbar – was wird hier gespielt und wer zieht hier die Fäden?
Könnte es sich um ein Verbrechen handeln? Diese Frage schimmert durch. Irgendwann dann erscheint sie – Bella-Mae. Habe ich vorher gezweifelt, ob denn diese Familiengeschichte es wert ist, gelesen zu werden, so bin ich nun voll und ganz dabei. Bella-Mae - eine Figur, die wie aus dem Schatten ins grelle Licht tritt. Wer ist sie wirklich? Noch ist sie nicht greifbar, eher stiller Beobachter, zurückhaltend. Und doch raumübergreifend. Agiert geschickt und wie es scheint äußerst manipulativ. Eine Figur, deren Charakterisierung absolut gelungen ist. Dies gilt auch für alle anderen Personen, wobei ich mich zwischendurch schon auch frage, wie naiv die einen und wie penetrant sich andere verhalten. Als ob sämtliche Eigenschaften sich in den Geschwistern wiederfinden sollten.
Im SOMMERHAUS habe ich mich gerne aufgehalten, wenngleich das Ankommen lange gedauert hat. Die flirrende Hitze, die sie schon von London mitgebracht haben, war spürbar, genau so ihre Konflikte, die sie ein Leben lang vor sich hergetragen haben. Wie es denn zu dem berühmten, sehr vermögenden Künstler Vic und seinem kommerziellen Erfolg kommen konnte, kann ich schlussendlich dann nicht nachvollziehen, aber sei es drum – der Roman hat mich nach den schon beschriebenen Anfangsschwierigkeiten gut unterhalten.
In einer hippen Kellerbar in Soho trifft sich Vic Kemp, der berühmte Maler, mit seinen erwachsenen Kindern. Ihr ganzes bisheriges Leben waren Netta, Susan, Goose und Iris ihrem Vater sehr nah, da ihre Mutter schon früh verstorben ist. Und nun gedenkt ihr 76jähriger Vater eine 27jährige zu heiraten. Sie sei Künstlerin, meint Vic. Zwei verwandte Seelen wären sie, sie kennen sich erst kurz und doch sind sie sich vollkommen sicher. Er schwärmt noch mehr von ihr, ein Kennenlernen wird es bald geben.
Der Roman wird in drei Teilen präsentiert, beginnend mit „Bella-Mae, London, 2015“. Allerdings warte ich vergeblich auf sie, trotzdem es die Übertitelung des ersten Teiles suggeriert. Denn zunächst liegt der Focus auf den sehr unterschiedlichen Lebensweisen der vier Geschwister und ihrer Anreise zum Sommerhaus der Familie, das direkt am Lago d’Orta liegt, nachdem sie völlig überraschend vom Tod ihres Vaters erfahren haben.
Die Charaktere sind also bestens eingeführt, auch habe ich von Vic ein gutes Bild vor Augen, nur Bella-Mae bleibt weiterhin unsichtbar. Unweigerlich drängt sich mir die Frage auf, ob es diese Frau denn wirklich gibt. Auch im Sommerhaus ist sie zwar in allen Köpfen sehr präsent, physisch aber nicht anwesend, lediglich Lazlo tritt in Erscheinung. Ihr Cousin soll er sein – ob das stimmt?
Die Erzählung wird nach einer für meine Begriffe zu langen Einführung zunehmend intensiver. Ist Vic, der exzellente Schwimmer, wirklich ertrunken? Allen voran ist es Netta, die große Zweifel hegt. Vics Gemälde sind verschwunden, ein Testament ist nicht auffindbar – was wird hier gespielt und wer zieht hier die Fäden?
Könnte es sich um ein Verbrechen handeln? Diese Frage schimmert durch. Irgendwann dann erscheint sie – Bella-Mae. Habe ich vorher gezweifelt, ob denn diese Familiengeschichte es wert ist, gelesen zu werden, so bin ich nun voll und ganz dabei. Bella-Mae - eine Figur, die wie aus dem Schatten ins grelle Licht tritt. Wer ist sie wirklich? Noch ist sie nicht greifbar, eher stiller Beobachter, zurückhaltend. Und doch raumübergreifend. Agiert geschickt und wie es scheint äußerst manipulativ. Eine Figur, deren Charakterisierung absolut gelungen ist. Dies gilt auch für alle anderen Personen, wobei ich mich zwischendurch schon auch frage, wie naiv die einen und wie penetrant sich andere verhalten. Als ob sämtliche Eigenschaften sich in den Geschwistern wiederfinden sollten.
Im SOMMERHAUS habe ich mich gerne aufgehalten, wenngleich das Ankommen lange gedauert hat. Die flirrende Hitze, die sie schon von London mitgebracht haben, war spürbar, genau so ihre Konflikte, die sie ein Leben lang vor sich hergetragen haben. Wie es denn zu dem berühmten, sehr vermögenden Künstler Vic und seinem kommerziellen Erfolg kommen konnte, kann ich schlussendlich dann nicht nachvollziehen, aber sei es drum – der Roman hat mich nach den schon beschriebenen Anfangsschwierigkeiten gut unterhalten.