Kein Sommerhausroman

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signalhill Avatar

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Die sehr bekannte Autorin Rachel Joyce hat ihren neuen Roman "A homemade God" genannt, der leider als "Sommerhaus" auf den deutschen Markt kam. Titel und das wunderschöne Cover lassen an einen leichten Sommerroman denken, doch beides ist m.E. hier etwas irreführend und damit ungünstig gewählt, da dieses Buch möglicherweise das falsche Lesepublikum anzieht.

Die Anfangsszene bringt alle Kinder ihres Vaters Vic zusammen: Dieser erklärt ihnen, dass er noch einmal heiraten wird. Die Glückliche ist die sehr junge Bella-Mae. Doch als der Vater ganz kurz darauf stirbt, ist nicht klar, wie die Lage hier wirklich ist. Ist der Vater eines natürlichen Todes gestorben? Was hat die neue Liebe des Vaters möglicherweise mit seinem Tod zu tun?

Zum einen geht es hier um die Familienkonstellation und -beziehungen rund um Vics Kinder. Doch dann gibt es auch noch Krimianteile, denn nach dem Tod des Vaters geht es natürlich auch darum, was wirklich passiert ist. Familiengeheimnisse kommen ans Licht. Die Protagonisten sind allerdings keine Sympathieträger; für mich blieb eine Distanz zu allen Charakteren.

Für Fans des Südens gibt es im Buch aber auch noch ganz viel Lokalkolorit, sodass das Cover auch gerechtfertigt ist. Es war mir persönlich aber nicht so wichtig.

Rachel Joyce hat einen tollen Schreibstil und schreibt damit zu Recht Bestseller. Das "Sommerhaus" hat bei mir einfach andere Erwartungen geweckt. Der Originaltitel trägt eher zur Richtung des Buches bei. Das wurde nicht so gut gelöst. Alles in allem gebe ich hier solide vier Sterne.