Konfliktreiches Familiendrama

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maria-luise Avatar

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Äußerst überraschend, lädt der 76-jährige Londoner Künstler Vic Kemp, seine vier Kinder Netta, Susan, Goose und Iris in ein Noodle-Restaurant ein, um ihnen eine Mitteilung zu machen. Erst lässt er sie raten und treibt seine Spielchen mit ihnen bevor er ihnen mitteilt, dass er seine Freundin, die 27-jährige Bella-Mae, heiraten wird.

Die vier Geschwister können die Neuigkeit kaum fassen, denn sie sind doch so eng mit ihrem Vater verbunden und wie es scheint, auch sehr abhängig von ihm. Eine Spekulation jagt die andere, denn wer soll diese Frau genannt Bella-Mae sein! Plötzlich wird die enge Verbundenheit der Geschwister untereinander klar und deutlich hervorgehoben, denn jedes noch so winzige neue Detail wird sofort weitergegeben und analysiert. Eine hitzige Debatte nach der anderen, wechselt ständig zwischen den Geschwistern, hin und her.

Aus unterschiedlichen Perspektiven schildern die Vier jeweils ziemlich ausführlich über sich, aus der Gegenwart und über vieles aus der Vergangenheit, die sie fürs Leben geprägt haben. Auch Vics ausschweifendes Leben wird bis ins kleinste Detail ausgeleuchtet und geschildert. Dabei ist es schon erstaunlich, wie er es mit seinem Lebensstil geschafft hat, seine Kinder so eng an sich zu binden.

Kurz nach der Hochzeit, wird Vic tot aufgefunden, ertrunken in einem See, den er wie seine Westentasche kannte. Netta, Susan, Goose und Iris sind von dieser Nachricht schockiert und versammeln sich im Sommerhaus der Familie am italienischen Lago d‘Orta, um herauszufinden, was passiert ist. Sie sind sicher, dass ihre Stiefmutter Bella-Mae, dahintersteckt.

Als endlich die geheimnisvolle Bella-Mae auftaucht, ist diese ebenso freundlich wie undurchschaubar. Irgendwie scheint sich das Blatt zu drehen, denn In der flirrenden Hitze dieses schicksalhaften Sommers bemerken die vier erst spät, dass es eigentlich Bella-Mae ist, die hier die Fragen stellt.

Die Geschichte wird immer wieder von Rückblicken auf Vic unterbrochen, in denen selbst sein ganzes Leben als Künstler in Frage gestellt wird.

Der Beginn der eigentlichen Handlung verläuft etwas schleppend, während in der zweiten Hälfte etwas Bewegung in die Geschichte einfließt, die so einiges Unerwartetes offenlegt.

Fazit:
Die Autorin hat zwar einen klaren aber auch einen unübersichtlichen Schreibstil, ob beabsichtigt oder nicht, an den ich mich erst einmal gewöhnen musste. Sie beschreibt die Protagonisten für mich zu übermäßig detailliert, wobei aber die unverkennbare eigene Art, jeden einzelnen deutlich sichtbarer wird. Die Figur Bella-Mae, konnte ich in der ganzen Handlung nicht eindeutig durchschauen, denn sie blieb für mich, völlig unnahbar. Gerne empfehle ich das „Sommerhaus“ von Rachel Joyce allen, die gerne konfliktreiche Familiengeschichten, lesen.