Rachel Joyce in Bestform
Das Cover von, "Sommerhaus" von Rachel Joyce ist wunderschön und könnte ein Gemälde von Vincent van Gogh sein. Das neue Buch der Autorin, die mit "Harold Fry" zu Recht ihren Durchbruch feierte, hat mich sofort in seinen Bann gezogen und das liegt einzig und allein an ihrem einfühlsamen, flüssigen und klaren Schreibstil. Der siebzigjährige Vic Kemp teilt seinen drei Töchtern und dem einen Sohn mit, dass er noch einmal heiraten möchte. Bella-Mae, eine siebenundzwanzigjährige junge Frau. Die Zeremonie soll allerdings ohne seine Kinder stattfinden und kurze Zeit später ertrinkt der frischgebackene Ehemann in einem ihm sehr vertrauten See. Die Vier reisen an den Ort des Geschehens, um Bella-Mae kennenzulernen, die sie für schuldig daran halten. Was erst wie ein Kriminalfall anmutet entwickelt sich zu einer tiefgründigen Familiengeschichte. Die Geschwister müssen sich ihren Dämonen und der Vergangenheit stellen und es kommt so einiges ans Tageslicht. Es ist ein zarter, ein behutsamer Roman über die Beziehungen in einer Familie. Rachel Joyce zeichnet ihre Protagonisten sehr eindrucksvoll und anschaulich und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Zudem sind die Landschaftsbeschreibungen einmalig. Ein wunderbarer Roman für die Sommermonate.