Traurig, düster, voller Verlust - und neuer Kraft und Hoffnung.

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"Hey, Junge, ich heirate eine Frau nach der ich verrückt bin, und ich werde ein verdammtes Meisterwerk malen. Das Leben war nie so gut."
Kapitel 5
Kurze Zeit nach dieser Aussage ist der große Künstler Vic Kemp tot, unter merkwürdigen Umständen ertrunken in seinem geliebten Orta-See. Ein letztes Mal machen sich seine erwachsenen Kinder Susan, Netta, Goose und Iris auf den Weg in ihr Sommerhaus am See. Dort lernen sie endlich Bella-Mae kennen, die Frau, die ihr Vater kurz zuvor geheiratet hat. Von dem Meisterwerk fehlt jede Spur und bald ist Netta davon überzeugt, dass Bella-Mae etwas mit dem Tod ihres Vaters zu tun hat. Während sie täglich zur Polizeiwache geht, auf einer Autopsie besteht, kocht Susan den ganzen Tag, während Iris und Goose langsam mit Bella-Mae so etwas wie Freundschaft aufbauen.
Im Sommerhaus, alle unter einem Dach, kochen die Emotionen hoch und lange verborgene Gefühle kommen ans Tageslicht. Die Kinder wuchsen ohne Mutter auf, ihr Vater war ein eigenwilliger Künstler mit einem Alkoholproblem. Langsam wird ihnen bewusst, wie anders ihr Leben ist und welche Dämonen aus der Kindheit sie mit sich tragen. Sie alle haben Vic vergöttert und in seinem Schatten gelebt.
Während wir auf der einen Seite die Vergangenheit der so unterschiedlichen Kinder erfahren, bleibt die Gegenwart geheimnisvoll. Bella-Mae ist mysteriös, manchmal hat man das Gefühl, sie gießt absichtlich Öl ins Feuer um die Emotionen hochkochen zu lassen. Bis zuletzt bleiben ihre Motive im Unklaren, nur ein kurzer Einschub gegen Ende gibt ein wenig Klarheit.
Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass nach diesem heißen Sommer der Flip-Flops nicht mehr so ist, wie es einmal war. Die Geschwister sind heillos zerstritten, jeder an seinem persönlichen Tiefpunkt angekommen. Doch manchmal braucht es genau das, verbrannte Erde, um etwas Neues wachsen zu lassen.
So ist "Sommerhaus" trotz all der Traurigkeit, Düsternis und Zwietracht ein Buch, das einen mit einem Hoffnungsschimmer zurücklässt.
Etwas schlecht gewählt finde ich die Übersetzung des Titels, das englische "A Homemade God" trifft Vic Kemp und den Roman viel besser - und schließt im letzten Moment einen Kreis.
Fazit:
Traurig, düster, voller Verlust - und neuer Kraft und Hoffnung.