zwischen Familiengeheimnissen und sommerlicher Schwere

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Der Roman rund um den Künstler Vic Kemp und seine vier Kinder hat mich vor allem wegen seiner Atmosphäre und des Settings am Lago d’Orta angesprochen. Der Auftakt ist dramatisch: ein überraschender Heiratsplan, ein plötzlicher Todesfall und eine Familie, die sich gezwungen sieht, gemeinsam in ein altes Sommerhaus zurückzukehren. Diese Ausgangslage hat sofort Spannung erzeugt und viele Fragen aufgeworfen.

Besonders gelungen fand ich die Kulisse in Italien. Die Hitze, das Wasser und der italienische Flair mit einer fast flirrenden Stimmung passt gut zur inneren Anspannung der Figuren. Auch die Dynamik zwischen den Geschwistern ist interessant angelegt, da schnell klar wird, dass hinter der Familiengeschichte mehr steckt als nur der Tod des Vaters.

Trotz dieser Stärken hatte der Roman für mich zwischendurch Längen. Einige Passagen wirkten etwas zäh, und ich habe nicht immer die emotionale Tiefe gespürt, die die Geschichte eigentlich verspricht. Die Figuren bleiben teilweise etwas distanziert, sodass ich nicht durchgehend vollständig in die Handlung eintauchen konnte.

Insgesamt ist es aber ein atmosphärisch sehr starker Roman mit einem spannenden Familiengeheimnis, der mich vor allem durch seine Stimmung überzeugt hat. Inhaltlich hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tempo und emotionale Nähe gewünscht. Daher vergebe ich 3 Sterne: schön zu lesen, besonders wegen der Atmosphäre, aber nicht durchgehend fesselnd.