Musikalisch

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ravenmoon Avatar

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Bei Fantasy-Liebesromanen bin ich inzwischen einiges gewohnt: geheimnisvolle Männer, übernatürliche Wesen, eine verbotene Anziehung und eine Welt, die natürlich immer kurz davorsteht, unterzugehen. 😄 Songs of the Void bedient einige dieser bekannten Zutaten – schafft es in der Leseprobe aber trotzdem, einen eigenen Ton anzuschlagen.

Was mir besonders gefällt, ist die Verbindung von Musik und Fantasy. Alize arbeitet in der Musikbranche, ist selbst auf einem Ohr taub und nimmt Klänge durch ihr Cochlea-Implantat anders wahr. Gerade dadurch bekommt Musik hier eine ganz andere Bedeutung. Das geheimnisvolle Knistergeräusch, das sie ausgerechnet bei der Musik von Silentbound wahrnimmt, fand ich deutlich spannender als das übliche „Ich sehe etwas Übernatürliches und weiß sofort, dass ich in Gefahr bin“.

Auch die Band selbst funktioniert für mich gut. Masken, geheime Konzerte, strenge Regeln und eine bewusst aufgebaute Aura des Mysteriösen – das hat etwas angenehm Düsteres und passt hervorragend zur Fantasy-Komponente. Spätestens beim Konzert auf dem verlassenen Fabrikgelände kippt die Geschichte dann endgültig aus der normalen Musikwelt ins Übernatürliche. Die Begegnung mit Echo und den Wesen aus der Dunkelheit hat dabei tatsächlich Atmosphäre.

Die Liebesgeschichte wird in dieser Leseprobe allerdings noch eher angedeutet als ausgespielt. Zwischen Alize und Echo gibt es bereits diese merkwürdige Verbindung, vor allem in dem Moment, als er sie berührt und sie trotz der bedrohlichen Situation plötzlich Ruhe empfindet. Das ist ein klassischer Ansatz für eine Fantasy-Romance, aber hier bin ich tatsächlich neugierig, wie die Autorin daraus mehr macht.

Überhaupt gefällt mir, dass die Fantasy nicht sofort komplett erklärt wird. Als Leser weiß man zunächst genauso wenig wie Alize, was mit Silentbound eigentlich los ist und was sich hinter dem „Void“ verbirgt. Das erzeugt genau die richtige Portion Rätsel und sorgt dafür, dass ich weiterlesen möchte.

Nach der Leseprobe würde ich sagen: Das ist nicht einfach nur die nächste Fantasy-Romance mit einem geheimnisvollen Love Interest. Die Musik, Alizes besondere Wahrnehmung und die düstere Bedrohung geben der Geschichte eine eigene Note. Jetzt muss nur noch die Liebesgeschichte genauso überzeugen wie die Atmosphäre – dann könnte das richtig gut werden.