Etwas langatmig bis zur Hälfte

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wortschaf Avatar

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Neuer Fantasy-Stoff von Anne Lück, diesmal in der kanadischen Musikbranche angesiedelt: Alize hat sich als A&R-Managerin im Label Nova Tone in Montreal hochgekämpft, ehrgeizig und mit einem außergewöhnlich guten Gespür für Musik. Dann entdeckt sie Silentbound – eine Band, deren Musik anders ist, deren Mitglieder maskiert bleiben und deren Sänger Echo sie sofort in seinen Bann zieht.

Der Klappentext hat mich sofort gepackt, das Buch allerdings zieht sich aber gerade in der ersten Hälfte. Ich musste mich da wirklich durchbeißen, bevor die Handlung an Fahrt aufnimmt. Was mich zusätzlich gestört hat: Das Buch wird explizit als Romantasy beworben, aber von Romance ist in Band 1 quasi nichts zu spüren – da hätte ich mir definitiv mehr erwartet, gerade auch im Vergleich zu anderen Büchern der Autorin. Auch die Figurenzeichnung von Alize hakt an einer Stelle: Sie stellt ihren Job zu Beginn als langweilig dar und die meisten Kollegen als kaum auszuhalten – gleichzeitig betont sie immer wieder, dass es ihr absoluter Traumjob ist, ausgerechnet bei diesem Label zu arbeiten. Diese beiden Aussagen wollten für mich nie so richtig zusammenpassen.

Positiv gibt's aber auch einiges zu erwähnen, das das Buch trägt. Die Repräsentation einer Hörbehinderung bzw. eines Cochlea-Implantats bei Alize ist gut und mit Gespür umgesetzt. Man merkt, dass da Recherche und Sorgfalt drinstecken. Dazu kommt: Die Liebe zur Musik ist auf fast jeder Seite spürbar, das Buch lebt regelrecht von diesem Enthusiasmus. Silentbound als Band haben außerdem irgendwie Huntrx-Vibes (ja, wie K-Pop Demon Hunters), aber eben nicht so, als hätte man einfach abgekupfert, sondern als eigenständige Variation der Idee. Und der Schreibstil ist wie von Anne Lück gewohnt angenehm flüssig, nie überladen oder mit Metaphern zugekleistert.

Insgesamt kommt Band 1 für mich nicht an die Silver & Poison-Dilogie derselben Autorin ran, dafür fehlt schlicht der Sog der ersten Hälfte und mehr Romance-Substanz. Trotzdem hat mich das Ende neugierig genug gemacht, dass ich Band 2 lesen möchte. Schade, dass der erst in einem halben Jahr erscheint.