Große Überraschung - Musikbranche trifft auf Fantasywelt

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chiralu Avatar

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Das Buch "Songs of the Void" von Anne Lück war für mich eine absolute Überraschung, denn die Autorin erschuf eine Geschichte, die ich so noch nie zuvor gelesen hatte - und das zu einer Zeit, in der es gefühlt irgendwie schon alles einmal gab.

Unsere Protagonistin Alize arbeitet in der Musikbranche und ist dort auf der Suche nach neuen Künstlern und Bands, die sie unter Vertrag nehmen kann. Ihre Stelle ist nur befristet und sie muss dementsprechend liefern und überzeugen, damit sie ihren Job behalten kann. Der Druck ist dementsprechend hoch, doch Alize möchte nicht einfach irgendwelche Künstler vertreten, sondern die, für die sie brennt.

Vor allem die Band Silentbound zieht sie magisch an, ihre Musik ist anders und niemand weiß, wer hinter den Masken steckt. Doch als sie es zum ersten Mal endlich auf ein Konzert dieser Band schafft, passieren komische Dinge und sie sieht Dinge, die doch gar nicht sein können, oder doch? Und dann ist da plötzlich noch dieses Rauschen, das sie hört...

Ich habe etwas gebraucht um mich wirklich voll und ganz auf die Geschichte einlassen zu können. Mein erster Eindruck war von ziemlicher Skepsis geprägt, doch ich wollte dem Buch eine Chance geben, habe weitergelesen und plötzlich war ich mittendrin und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Die Autorin schafft einen großartigen Spagat zwischen Musikwelt und Fantasy und ihr Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, sehr bildlich und vor allem fesselnd. Dabei hat sie es geschafft neben der "realen Welt" diese unheimliche Bedrohung zu erschaffen und diese so in die echte Welt zu integrieren und zu verweben, dass es stimmig und realistisch wirkt (- meine Sorge war nämlich, dass es in einem schrägen Fiebertraum abdriften könnte, doch diese Sorge war komplett unbegründet.)

Besonders positiv fand ich übrigens auch, dass Alize, die auf einem Ohr taub ist, sich in dieser an sich schon schweren Branche beweisen kann und nicht nur das, sie erhält sogar von Künstlern besondere Anerkennung für ihr besonderes Gehör.

Neben Alize fand ich auch die beiden Charaktere Léo und Malo sehr interessant und sympathisch, doch ehrlich gesagt hätte ich auf die Liebesgeschichte verzichten können - sie war eher grob angeschnitten, hatte für meinen Geschmack nicht genug Tiefe und irgendwie war Alize so unentschlossen und sprunghaft, dass der Funke für mich nicht richtig übergesprungen ist. Eventuell wird dies aber auch in Band 2 vertieft und sollte im ersten Teil nur die Grundlage dafür ebnen?

Das Buch endet auf jeden Fall mit einem absoluten Cliffhanger, der definitiv dafür sorgt, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Das Ende ist also großartig und furchtbar gemein zugleich, denn nun heißt es warten bis Teil 2 erscheint.