Wenn Musik Geheimnisse trägt
Kurzmeinung: Zwischen Musik, Magie & Geheimnissen entfaltete sich eine atmosphärische Geschichte, deren Melodie noch lange in mir nachhallt ~
Rezension:
Musik hatte für mich schon immer eine ganz besondere Magie. Eine Magie, in der sich Gefühle verfingen, Erinnerungen verwoben und Träume leise erwachten. Eine Magie, die Geschichten erzählt, für die es nicht genug Worte gibt.
Ein Teil dieser ganz besonderen Magie ruht auch in der neuen Geschichte von Anne Lück „Songs of the Void - Echo der Stille“, erschienen im Ravensburger Verlag.
Die Geschichte lässt uns eintauchen in die pulsierende Musikszene Montreals, dorthin, wo zwischen den bunten Lichtern der Stadt und in den Räumen eines Musiklabels eine fremde, düstere Macht lauert, voller Magie, uralter Geheimnisse und einer Gefahr, die die Welt in Stille zu stürzen droht.
Durch diese Welt begleiten wir Alize, die sich als Talentscout und Managerin in der von Männern dominierten Musikbranche ihren eigenen Weg erkämpft. Sie ist schlagfertig und zielstrebig, ohne dabei ihre Sanftheit und Freundlichkeit zu verlieren. Gerade diese Mischung hat sie für mich zu einer wundervollen Protagonistin gemacht. Eine junge Frau, die für ihre Träume einsteht und sich behauptet, dabei aber stets ein liebevoller und loyaler Mensch bleibt.
Und sie hat noch eine Eigenheit, die sie für mich zu einer angenehm besonderen Figur macht: Alize trägt ein Cochlea-Implantat, da sie auf einem Ohr taub ist. Ich fand es schön zu lesen wie das Tragen dieses Implantats nicht nur in die Geschichte eingewoben wurde, sondern auch in ihre Geheimnisse.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive wechselnd zwischen Alize und Echo. Während wir Alize durch ihren Alltag und ihre Suche nach dem nächsten großen Künstler oder der Künstlerin begleiten, gewährt uns Echo immer wieder einen kleinen Blick hinter den geheimnisvollen Schleier, der die Band Silentbound umgibt. Der Schreibstil ist dabei angenehm zu lesen, leicht und gefühlvoll, mit Worten, die Bilder in meinen Geist malten.
Neben Alize haben mich aber auch die übrigen Figuren der Geschichte überzeugt. Leo, der Sohn des Labelchefs, überrascht mit einer Tiefe, die Alize erster Eindruck nicht vermuten ließ und sein Bruder Malo war für mich einfach ein kleiner Wohlfühlcharakter. Auch die übrigen Figuren, die Kolleg:innen, Musiker:innen und Menschen rund um das Label haben ihre eigenen Eigenheiten, ihren „Charakter“. Sie begleiten Alize nicht einfach nur auf ihrem Weg, sondern tragen auf ihre ganz eigene Weise zu ihrer Entwicklung und zur Geschichte bei.
Und dann ist da natürlich noch Silentbound. Eine Band, deren Mitglieder ihre Identitäten verbergen und die Alize unbedingt unter Vertrag bringen will. Nicht ahnend, dass sie mit diesem Wunsch ihr ganzes Leben unwiderruflich verändern wird. Ich habe die Idee geliebt!
Doch ganz ohne kleine Stolpersteine kam die Geschichte für mich dann doch nicht aus. Insbesondere die erste Hälfte empfand ich stellenweise als etwas zu langatmig und teilweise auch ein bisschen sprunghaft. Da die Handlung so stark von ihren Geheimnissen lebt, werden immer wieder neue Fragen aufgeworfen. Bei einigen dieser Rätsel hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Vieles bleibt noch offen. Doch vielleicht werden sich diese Geheimnisse in Band 2 aufdecken.
Sehr angenehm fand ich dagegen, dass die Romantik eher leise im Hintergrund bleibt. Sie begleitet die Geschichte, ohne sie zu bestimmen, und lässt dadurch genügend Raum für die Geschichte selbst.
So bleibt für mich am Ende vor allem das Gefühl, eine ungewöhnliche und atmosphärische Geschichte entdeckt zu haben und auch, wenn nicht jeder Ton getroffen wurde, bleibt doch eine Melodie in meinem Herzen zurück, die noch lange in meiner Seele nachhallt.
Rezension:
Musik hatte für mich schon immer eine ganz besondere Magie. Eine Magie, in der sich Gefühle verfingen, Erinnerungen verwoben und Träume leise erwachten. Eine Magie, die Geschichten erzählt, für die es nicht genug Worte gibt.
Ein Teil dieser ganz besonderen Magie ruht auch in der neuen Geschichte von Anne Lück „Songs of the Void - Echo der Stille“, erschienen im Ravensburger Verlag.
Die Geschichte lässt uns eintauchen in die pulsierende Musikszene Montreals, dorthin, wo zwischen den bunten Lichtern der Stadt und in den Räumen eines Musiklabels eine fremde, düstere Macht lauert, voller Magie, uralter Geheimnisse und einer Gefahr, die die Welt in Stille zu stürzen droht.
Durch diese Welt begleiten wir Alize, die sich als Talentscout und Managerin in der von Männern dominierten Musikbranche ihren eigenen Weg erkämpft. Sie ist schlagfertig und zielstrebig, ohne dabei ihre Sanftheit und Freundlichkeit zu verlieren. Gerade diese Mischung hat sie für mich zu einer wundervollen Protagonistin gemacht. Eine junge Frau, die für ihre Träume einsteht und sich behauptet, dabei aber stets ein liebevoller und loyaler Mensch bleibt.
Und sie hat noch eine Eigenheit, die sie für mich zu einer angenehm besonderen Figur macht: Alize trägt ein Cochlea-Implantat, da sie auf einem Ohr taub ist. Ich fand es schön zu lesen wie das Tragen dieses Implantats nicht nur in die Geschichte eingewoben wurde, sondern auch in ihre Geheimnisse.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive wechselnd zwischen Alize und Echo. Während wir Alize durch ihren Alltag und ihre Suche nach dem nächsten großen Künstler oder der Künstlerin begleiten, gewährt uns Echo immer wieder einen kleinen Blick hinter den geheimnisvollen Schleier, der die Band Silentbound umgibt. Der Schreibstil ist dabei angenehm zu lesen, leicht und gefühlvoll, mit Worten, die Bilder in meinen Geist malten.
Neben Alize haben mich aber auch die übrigen Figuren der Geschichte überzeugt. Leo, der Sohn des Labelchefs, überrascht mit einer Tiefe, die Alize erster Eindruck nicht vermuten ließ und sein Bruder Malo war für mich einfach ein kleiner Wohlfühlcharakter. Auch die übrigen Figuren, die Kolleg:innen, Musiker:innen und Menschen rund um das Label haben ihre eigenen Eigenheiten, ihren „Charakter“. Sie begleiten Alize nicht einfach nur auf ihrem Weg, sondern tragen auf ihre ganz eigene Weise zu ihrer Entwicklung und zur Geschichte bei.
Und dann ist da natürlich noch Silentbound. Eine Band, deren Mitglieder ihre Identitäten verbergen und die Alize unbedingt unter Vertrag bringen will. Nicht ahnend, dass sie mit diesem Wunsch ihr ganzes Leben unwiderruflich verändern wird. Ich habe die Idee geliebt!
Doch ganz ohne kleine Stolpersteine kam die Geschichte für mich dann doch nicht aus. Insbesondere die erste Hälfte empfand ich stellenweise als etwas zu langatmig und teilweise auch ein bisschen sprunghaft. Da die Handlung so stark von ihren Geheimnissen lebt, werden immer wieder neue Fragen aufgeworfen. Bei einigen dieser Rätsel hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Vieles bleibt noch offen. Doch vielleicht werden sich diese Geheimnisse in Band 2 aufdecken.
Sehr angenehm fand ich dagegen, dass die Romantik eher leise im Hintergrund bleibt. Sie begleitet die Geschichte, ohne sie zu bestimmen, und lässt dadurch genügend Raum für die Geschichte selbst.
So bleibt für mich am Ende vor allem das Gefühl, eine ungewöhnliche und atmosphärische Geschichte entdeckt zu haben und auch, wenn nicht jeder Ton getroffen wurde, bleibt doch eine Melodie in meinem Herzen zurück, die noch lange in meiner Seele nachhallt.