Wenn Musik heilt – und zur Gefahr wird

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anja2703 Avatar

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Songs of the Void – Echo der Stille von Anne Lück war für mich ein besonderer Reihenauftakt, der Musik, Urban Fantasy und Romance auf eine sehr atmosphärische Weise miteinander verbindet. Schon die Grundidee hat mich neugierig gemacht. In dem Buch ist Musik nicht einfach Teil des Settings, sondern nimmt eine zentrale, fast greifbare Rolle ein. Sie kann begleiten, heilen und beim Verarbeiten helfen – aber sie besitzt auch eine Kraft, die gefährlich werden kann.
Alize war für mich eine wirklich sympathische Protagonistin. Sie ist ehrgeizig, sie steht hinter ihren Werten und handelt klar danach, sie möchte sich in der Musikbranche beweisen und sich nicht kleinmachen lassen – insbesondere nicht von den Männern in ihrem Unternehmen. Ich mochte sehr, dass sie für ihre Ziele einsteht und sich ihren Platz erkämpfen will, ohne dabei unnahbar zu wirken. Ihre liebevolle Beziehung zu ihrer Oma, aber auch die Bindungen zu ihren Freund:innen, haben Alize für mich noch greifbarer und authentischer gemacht. Gerade diese Beziehungen geben der Geschichte emotionale Wärme und zeigen, dass sie nicht allein durch die Handlung getragen wird, sondern auch durch die Menschen, die Alize umgeben und für sie da sind.
Besonders begeistert haben mich die Beschreibungen der Musik. Anne Lück schafft es, Klänge, Gefühle und die Wirkung von Songs so bildhaft einzufangen, dass ich beim Lesen teilweise wirklich das Gefühl hatte, die Musik durch die Seiten hindurch hören zu können. Gerade dadurch bekommt die Geschichte eine intensive, beinahe filmische Atmosphäre. Musik wird zu etwas, das nicht nur gehört, sondern körperlich und emotional gespürt wird.
Auch die Nebenfiguren konnten mich überzeugen. Malo ist einfach toll. Er ist einer dieser Charaktere, die Mensch sofort ins Herz schließt. Er ist fürsorglich, ehrlich, authentisch und und gibt alles für die Menschen die er liebt. Auch Leo fand ich durch seine verschmitzte u d verspielte Art sehr sympathisch. Insgesamt mochte ich die Dynamiken zwischen den Figuren sehr gern. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und macht es leicht, schnell und tief in die Geschichte einzutauchen.
An einigen Stellen hatte die Handlung für mich kleinere Längen, welche jedoch durch flirtige Passagen die romantische Spannung und Interaktionen mit den Freund*innen aufgefangen wurden, sodass ich gern weitergelesen habe und es nicht langweilig wurde. Teilweise war für mich der ein oder andere Twist recht früh absehbar. Das hat der Geschichte aber nicht vollständig die Spannung genommen, da ich trotzdem wissen wollte, wie sich alles entwickelt und welche Konsequenzen daraus entstehen.
Neben Fantasy, Musik und Romance steckt in diesem Buch auch eine Kritik an der Menschheit. Die Geschichte macht deutlich, dass Handlungen nicht nur für einzelne Personen, sondern auch für andere Menschen und die Gesellschaft als Ganzes Konsequenzen haben. Gleichzeitig zeigt sie, wie wenig die Menschheit offenbar aus vergangenen Fehlern lernt und wie schnell sich zerstörerische Muster wiederholen. Diese nachdenklichere Ebene hat mir sehr gut gefallen, weil sie der Handlung zusätzliches Gewicht verleiht.
Besonders schön fand ich außerdem, dass Menschen mit Behinderung selbstverständlich Teil der Geschichte sind und in den Blick genommen werden. Ihre Einbindung wirkt nicht wie ein nachträglicher Zusatz, sondern wie ein natürlicher Teil dieser Welt und ihrer Figuren.
Und dann dieses Ende: Es hat mich wirklich fertiggemacht und etwas gebrochen zurückgelassen. Gerade deshalb bin ich unglaublich gespannt darauf, wie es weitergeht.
Songs of the Void – Echo der Stille ist eine atmosphärische Urban Romantasy für alle, die Musik lieben und Geschichten mit geheimnisvollen Figuren, emotionalen Beziehungen, einer düsteren Stimmung und einer besonderen magischen Idee suchen. Trotz kleinerer vorhersehbarer Momente und vereinzelter Längen hat mich der Auftakt vor allem wegen seiner musikalischen Atmosphäre, Alize und dem emotionalen Ende sehr begeistert.