Bewegung

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manjula Avatar

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Winzertochter Johanna kann Mitte der 1970er als erste ihrer Familie studieren und dafür in die nächstgrößere Stadt ziehen. Das neu gewonnene freiere Leben findet aber schon nach wenigen Semestern ein Ende, als ihr Vater stirbt und sie den Hof übernimmt. Schwanger kehrt sie zurück und zieht ihre Tochter allein auf, zur Empörung der ländlichen Gemeinschaft. Als sich eine Protestbewegung gegen den Bau eines AKW in der Region formiert, engagiert sie sich dort. Ihre Freundin Luzie hat unterdessen die eigentlich gemeinsam geplante Reise nach Marokko allein unternommen, aber von unterwegs kaum ein Lebenszeichen gesendet. Nach einem Jahr kommt sie zurück und will an die Freundschaft wieder andocken. Bei der Einreise hat der Zoll in ihrem Gepäck aber geschmuggelte Haschischplatten entdeckt. Polizist Wolfi, mit dem gemeinsam Luzie aufgewachsen ist, weil er der Sohn der Haushälterin ihrer Eltern ist, ist beim Staatsschutz und nutzt diese Machtverschiebung aus, um Luzie zu Spitzeldiensten in der Anti-AKW-Bewegung zu drängen, als Gegenleistung für einen versprochenen Deal mit der Staatsanwaltschaft.
Wyhl steht für frühen und erfolgreichen zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen Atomkraftwerke. An der Bewegung beteiligten sich Menschen aus großen Teilen der Gesellschaft, sie lebte von ihrer Breite. Darüber zu lesen ist sehr spannend, auch wenn die hier erzählte Geschichte „nur“ fiktiv ist - aber jedenfalls gut recherchiert. Allerdings fand ich das Buch, obwohl die Erzählung sich eigentlich leicht liest, in Teilen auch etwas breit und langatmig. Nicht gefallen hat mir ein Hang der Autorin zu immer wieder wiederholten Dopplungen sowie (z.T. sogar noch begrifflich unkorrekt verwandten) Platitüden, wie „wenn Gefahr in Verzug war“, „ihr Innerstes nach außen gekehrt“, „keiner konnte das, keiner“ - diese Beispiele dicht auf dicht in nur zwei Absätzen. Nach dem Verlagstext hatte ich auch (ja, unvernünftig von mir) mehr gelebten Feminismus erwartet. Und schließlich fand ich den Luzie-Handlungsstrang überhaupt nicht überzeugend, sondern wirklich lebensfern.