Eindrucksvolles Zeitzeugnis verpackt in einem warmherzigen Roman

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Die junge Johanna hat es nicht leicht. Nach dem unerwartet frühen Tod ihres Vaters bricht sie ihr Studium ab, verschiebt die Traumreise mit ihrer Freundin ins Ungewisse und wird auch noch mit einer Schwangerschaft überrascht. Ihre Zukunft scheint besiegelt. Als sich die Kunde verbreitet, dass in Whyl ein Kernkraftwerk gebaut wird, ändern sich die festgefahrenen Strukturen und die Bevölkerung steht zusammen, um den Bau zu verhindern. Da kehrt ihre Freundin Luzie aus Marokko ihrer zurück. Wird ihre Freundschaft halten?

Eine strahlende Sonne und eine junge Frau, die keck zurückblickt, Cover und Titel passen prima zu Johanna und ihrer Geschichte vom Sonnenberg. Er ist das Objekt der Begierde, ein Weinberg in bester Lage, den Johanna, die Mutter und Großmutter zum Fortbestand ihres Hofes brauchen. Wir befinden uns im Jahr 1975, der Status der Frauen gereicht gerade mal zum Heimchen am Herd und Emanzipation ist auf dem Land noch ein Fremdwort.
Brigitte Glaser fängt den Zeitgeist ein und präsentiert ein Stück Geschichte, welches zeigt, wie Menschen aller Couleur gemeinsam etwas erreichen können. Beginnend im Kleinen, erweist sich Zusammenhalt auch im weltbewegend Wichtigen als möglich, ja sogar als unerwartet erfolgreich. Der Aufstand gegen das Atomkraftwerk hat mich stark beeindruckt, ich habe es in meiner Jugend natürlich mitbekommen, aber das Gefühl, hautnah dabei zu sein, war schon gewaltig. Hut ab vor der Recherche der Autorin und der Umsetzung im Buch. Genau wie bei den Atomkraftgegnern ringt es einem manchmal etwas Geduld ab, aber Durchhaltevermögen macht sich bezahlt. Es ist eine warmherzige, spannende und erschreckend realistische Geschichte, die mich sehr beeindruckt hat.
Das Hörbuch wird von Ulrike Kapfer gelesen, die es bestens versteht, mit angenehmer und einfühlsamer Stimme den Protagonisten Leben zu einzuhauchen und das große Kopfkino zu starten!