Eine Freundschaft in der Bewährungsprobe
Johanna ist Winzertochter und musste ihr Studium abbrechen und den elterlichen Betrieb übernehmen, nachdem ihr Vater unerwartet verstarb. Luzie stammt aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie, hat immer schon rebelliert und kommt nach einem einjährigen Marokkoaufenthalt zurück an den Kaiserstuhl. Beide waren enge Freundinnen seit der Schule. Nun haben sich die Vorzeichen geändert. Johanna trägt große Verantwortung für den Betrieb, die Mutter , die Großmutter und ihre uneheliche Tochter Betty. Sie fühlt sich oft überfordert. Luzie ist erfolgreich im Verdrängen unangenehmer Dinge. Dazu gehören einige Erfahrungen in Marokko und ein belastendes Geheimnis. Beide fühlen sich von der anderen nicht wirklich verstanden. Gerade beginnt sich der Widerstand gegen den geplanten Bau des Whyler KKW zu formieren. Beide Frauen engagieren sich in der Protestbewegung. Liegt hier die Möglichkeit, die alte Vertrautheit zurückzugewinnen ?
Ich habe das Buch aus verschiedenen Gründen mit wachsender Begeisterung gelesen. Ich wohne nur rund 100 Kilometer vom Schauplatz entfernt und war damals ein Teenager. Viele Orte sind mir vertraut und vieles hat Erinnerungen geweckt, angefangen von der Musik, über die Kleidung, Filme, längst vergessene Markenartikel bis hin zu den damals herrschenden Vorurteilen und der Benachteiligung der Frauen.
Ich konnte Johanna gut verstehen, denn sie kämpft so ziemlich mit jedem Vorurteil, muss sich ständig rechtfertigen und ringt mit ihren Selbstzweifel. Luzie habe ich beneidet. Ein Jahr in Marokko, ein Studium ohne finanzielle Sorgen - für die meisten Mädchen und Frauen undenkbar . Ein wenig habe ich mich auch über sie geärgert, dass sie es nicht zu schätzen scheint und durch ihre Gedankenlosigkeit sich und andere in Schwierigkeiten bringt. Aber sie hat auch ihre guten Seiten, so dass man ihr vieles nachsieht.
Das alles liest sich spannend, überzeugend und sehr unterhaltsam. Für mich ebenso spannend und dabei informativ waren die Ereignisse rund um die Protestbewegung. Die Autorin schildert die Atmosphäre so lebendig , dass ich zeitweise mit am Lagerfeuer saß. Unglaublich , wie die Leute sich friedlich organisiert haben und den Mut hatten, sich gegen eine staatliche Entscheidung aufzulehnen, trotz Androhung schwerer persönlicher Nachteile. Die beiden Handlungsstränge zusammen ergeben einen einen realistischen Einblick in das damalige Lebensgefühl und einen lesenswerten Unterhaltungsroman.
Ich habe das Buch aus verschiedenen Gründen mit wachsender Begeisterung gelesen. Ich wohne nur rund 100 Kilometer vom Schauplatz entfernt und war damals ein Teenager. Viele Orte sind mir vertraut und vieles hat Erinnerungen geweckt, angefangen von der Musik, über die Kleidung, Filme, längst vergessene Markenartikel bis hin zu den damals herrschenden Vorurteilen und der Benachteiligung der Frauen.
Ich konnte Johanna gut verstehen, denn sie kämpft so ziemlich mit jedem Vorurteil, muss sich ständig rechtfertigen und ringt mit ihren Selbstzweifel. Luzie habe ich beneidet. Ein Jahr in Marokko, ein Studium ohne finanzielle Sorgen - für die meisten Mädchen und Frauen undenkbar . Ein wenig habe ich mich auch über sie geärgert, dass sie es nicht zu schätzen scheint und durch ihre Gedankenlosigkeit sich und andere in Schwierigkeiten bringt. Aber sie hat auch ihre guten Seiten, so dass man ihr vieles nachsieht.
Das alles liest sich spannend, überzeugend und sehr unterhaltsam. Für mich ebenso spannend und dabei informativ waren die Ereignisse rund um die Protestbewegung. Die Autorin schildert die Atmosphäre so lebendig , dass ich zeitweise mit am Lagerfeuer saß. Unglaublich , wie die Leute sich friedlich organisiert haben und den Mut hatten, sich gegen eine staatliche Entscheidung aufzulehnen, trotz Androhung schwerer persönlicher Nachteile. Die beiden Handlungsstränge zusammen ergeben einen einen realistischen Einblick in das damalige Lebensgefühl und einen lesenswerten Unterhaltungsroman.