Frauenpower und Kernkraftgegner

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Das Hörbuch „Sonnenberg“ hat mir gut gefallen.

Die Hauptperson, Johanna, studiert zwei Jahre Betriebswirtschaft in Freiburg, als ihr Vater plötzlich und vollkommen unerwartet im Weinberg stirbt.

Johanna, das einzige Kind, muss das Studium abbrechen und die Leitung des Weingutes übernehmen. Sie kommt schwanger zurück ins Dorf und gibt „Vater unbekannt“ an. Damit sorgt sie für Klatsch und Tratsch im Ort.

Ihre Freundin, Luzie von Reizenstein, unternimmt die Reise nach Casablanca, die sie gemeinsam geplant hatten, allein. Das aber erst, nachdem es zwischen den beiden zum Bruch wegen eines Mannes gekommen war.

Meine Erwartung ging dahin, zu erfahren, wie Johanna sich Mitte der siebziger Jahre als Winzerin in einer Männerdomäne durchsetzen würde. Aber dies war eigentlich nur eine Nebenhandlung. Viel mehr ging es um die Auseinandersetzungen zum Bau eines Atomkraftwerkes in Wiehl. Die Regierung wollte es zur Sicherung der Energieversorgung errichten, die Bewohner, darunter viele Winzer, lehnten es wegen der unkalkulierbaren Risiken und der bekannten und unbekannten Auswirkungen rundweg ab.

Um diese politische Bewegung geht es in diesem Buch. Die Kernkraftgegner aus verschiedenen Lagern formieren sich und üben sich im gewaltfreien Widerstand. Das war sehr interessant zu hören, bin ich doch ein Kind der DDR und habe nur wenig von der Anti-Atomkraft-Bewegung "im Westen" mitbekommen. Es war sozusagen unterhaltsamer Geschichtsunterricht.

Die Autorin, Brigitte Glaser, vermag es sehr anschaulich, das Aufbegehren der Frauen gegen die ihnen von alters her zugewiesenen Rollen zu beschreiben. Johanna und Luzie, aber auch andere im Roman vorkommende Frauen, sind dafür ein beredtes Beispiel.

Die Sprecherin, Ulrike Kapfer, hat ihre Sache sehr gut gemacht. Ich habe ihr die knapp 14 Stunden gern zugehört.