Freundschaft

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Januar 1975 : In dem kleinen Ort Wyhl am Kaiserstuhl soll ein Kernkraftwerk gebaut werden. Nach der Ölkrise setzt die Regierung auf Atomkraft als unabhängige und saubere Ernergiequelle. Die Einwohner sind geteilter Meinung und Die Winzer fürchten um ihren Weinanbau. Eine vorläufige Abstimmung zum Verkauf des Geländes an das Badenwerk ergibt 55% für den Bau des AKW und 43 % dagegen. Die Besetzung des Geländes durch die Gegner schlägt hohe Wellen auf beiden Seiten und entspricht den Tatsachen. Mit diesem historischen Hintergrund hat die Autorin eine Geschichte über eine Freundschaft zweier Frauen entstehen lassen. Johanna und Luzie studieren zusammen in Freiburg und träumen von einer Reise zusammen nach Marokko. Als Johannas Vater überraschend stirbt und sie ein Kind bekommt, muss sie sich um den elterlichen Winzerbetrieb kümmern. Als sie den Sonnenberg dazu erwerben möchte, bereitet ihr die Bank Schwierigkeiten als Frau einen Kredit zu beantragen. Als Luzie von ihrer Reise zurück kommt, erlebt sie am Zoll eine Überraschung und wird erpressbar.
Bei dem Cover hätte ich mir beide Frauen auf dem Bild gewünscht. Trotzdem blickt mich die Frau gerade herausfordernd an. Die Protagonisten werden sehr authentisch beschrieben. Das Leben auf dem besetzten Gelände und die organisatorische Umsetzung werden sehr bildhaft in Szene gesetzt. Der Schreibstil nimmt mich sofort mit ins Geschehen und ich kann mich gut an die Berichterstattung im Fernsehen erinnern. Eine interessante Mischung aus Wahrheit und Fiktion.