Gut recherchierter Roman über die Anti-Atomkraft-Bewegung der 70er Jahre
"Sonnenberg" von Brigitte Gläser ist ein Roman, der an die Geschichte des Widerstands gegen das Atomkraftwerk Wyhl in den 70er Jahren erinnert und mir sehr gut gefallen hat.
Johanna und Luzie sind schon lange Freundinnen. Sie haben während des Studiums in Freiburg gemeinsam in einer WG gelebt. Als Johannas Vater stirbt, geht Johanna zurück an den Winzerhof im Schwarzwald um diesen weiter zu betreiben. Luzie beschließt nach einem Zerwürfnis mit Johanna, für Forschungsarbeiten nach Marokko zu gehen. Als in Wyhl ein Atomkernkraftwerk geplant wird, organisiert sich schnell Widerstand. Auch Johanna und Luzie, inzwischen aus Marokko zurück, sind dabei. Kann der Bau noch aufgehalten werden?
Brigitte Glaser hat viel recherchiert für diesen Roman und das merkt man! Sie hat die Mitwirkenden an der Aktion "Atomkraft nein danke" anonymisiert (abgesehen vom damaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs Filbinger CDU) und in eine fiktive, aber an der damaligen Realität orientierten Geschichte eingebettet. Wir erleben an der Seite von Johanna und Luzie den Widerstand von der Planung bis zur Durchführung mit. Johanna, die Besonnene und oft Schwarzsehende, als Gegenteil dazu die spontane Luzie, die immer sagt, was sie denkt. Beide Frauen sind sehr empathisch beschrieben, jede ist auf ihre eigene Weise sympathisch. Wenn man bedenkt, dass der Widerstand gegen Wyhl und die damit einhergehenden Risiken für die Widerständler selbst zu dieser Zeit neu war, war es umso interessanter, diesem von der Planung bis zur Durchführung zu verfolgen. Da ich selbst ursprünglich aus Baden-Württemberg stamme und mit einer schwäbischen Mutter aufgewachsen bin, kam mir doch mancher der eingestreuten Sätze im Schwarzwälder Dialekt sehr bekannt vor. Der Satz "No guad Nacht um sechsi" gehörte bei uns damals zum normalen Sprachgebrauch. Die Tatsache, dass wenige Jahre später aus diesem friedlichen Widerstand nicht nur die Grünen, sondern auch der BUND hervorgegangen sind, lässt auch einige Zwischensätze in anderem Licht erscheinen.
Der Roman ist leicht lesbar. Selbst, wenn man den damaligen Ausgang um das KKW Wyhl kennt, fiebert man mit und drückt den Beteiligten Widerständlern die Daumen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen schließt die Autorin in ihrem Nachwort aus, verweist aber darauf, dass sich trotzdem der eine oder die andere wiederfinden könnte.
Mir hat der Roman viel Freude bereitet und durch die gute Recherche der Autorin wissenswerte Details vermittelt. Das Ganze in lockerer Form, was will frau mehr?
5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle, die Geschichte aus den 70ern, die heute noch eine Rolle spielt, miterleben möchten!
Johanna und Luzie sind schon lange Freundinnen. Sie haben während des Studiums in Freiburg gemeinsam in einer WG gelebt. Als Johannas Vater stirbt, geht Johanna zurück an den Winzerhof im Schwarzwald um diesen weiter zu betreiben. Luzie beschließt nach einem Zerwürfnis mit Johanna, für Forschungsarbeiten nach Marokko zu gehen. Als in Wyhl ein Atomkernkraftwerk geplant wird, organisiert sich schnell Widerstand. Auch Johanna und Luzie, inzwischen aus Marokko zurück, sind dabei. Kann der Bau noch aufgehalten werden?
Brigitte Glaser hat viel recherchiert für diesen Roman und das merkt man! Sie hat die Mitwirkenden an der Aktion "Atomkraft nein danke" anonymisiert (abgesehen vom damaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs Filbinger CDU) und in eine fiktive, aber an der damaligen Realität orientierten Geschichte eingebettet. Wir erleben an der Seite von Johanna und Luzie den Widerstand von der Planung bis zur Durchführung mit. Johanna, die Besonnene und oft Schwarzsehende, als Gegenteil dazu die spontane Luzie, die immer sagt, was sie denkt. Beide Frauen sind sehr empathisch beschrieben, jede ist auf ihre eigene Weise sympathisch. Wenn man bedenkt, dass der Widerstand gegen Wyhl und die damit einhergehenden Risiken für die Widerständler selbst zu dieser Zeit neu war, war es umso interessanter, diesem von der Planung bis zur Durchführung zu verfolgen. Da ich selbst ursprünglich aus Baden-Württemberg stamme und mit einer schwäbischen Mutter aufgewachsen bin, kam mir doch mancher der eingestreuten Sätze im Schwarzwälder Dialekt sehr bekannt vor. Der Satz "No guad Nacht um sechsi" gehörte bei uns damals zum normalen Sprachgebrauch. Die Tatsache, dass wenige Jahre später aus diesem friedlichen Widerstand nicht nur die Grünen, sondern auch der BUND hervorgegangen sind, lässt auch einige Zwischensätze in anderem Licht erscheinen.
Der Roman ist leicht lesbar. Selbst, wenn man den damaligen Ausgang um das KKW Wyhl kennt, fiebert man mit und drückt den Beteiligten Widerständlern die Daumen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen schließt die Autorin in ihrem Nachwort aus, verweist aber darauf, dass sich trotzdem der eine oder die andere wiederfinden könnte.
Mir hat der Roman viel Freude bereitet und durch die gute Recherche der Autorin wissenswerte Details vermittelt. Das Ganze in lockerer Form, was will frau mehr?
5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle, die Geschichte aus den 70ern, die heute noch eine Rolle spielt, miterleben möchten!