Hat mich nicht gecatcht

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„Sonnenberg“ von Brigitte Glaser - Ein Roman, welcher Johanna und Luzie über einige Wochen des Jahres 1975 begleitet.

Johanna muss ihr Studium abbrechen, als ihr Vater überraschend starb, und den elterlichen Weinbaubetrieb am Kaiserstuhl übernehmen. Sie kehrt in das kleine Dorf mit einem unehelichen Kind zurück. Um den Betrieb zu sichern, möchte sie einen Kredit für einen weiteren Weinberg aufnehmen. Außerdem gerät sie in die Proteste gegen das KKW Wyhl.

Luzie dagegen ist eine Schwester Leichtfuß, sie lässt sich durch Marokko treiben, hängt mit anderen Kosmopoliten ab. Als sie nach Deutschland zurückkehrt, versucht sie, ihre Freundschaft mit Johanna wieder aufleben zu lassen, aber ist dabei nicht ganz ehrlich. Luzie wird von den Dämonen ihrer Vergangenheit gejagt.

Den größten Teil des Buches geht es allerdings um die Bürgerbewegung gegen das geplante KKW am Kaiserstuhl – Protestmärsche, Kundgebungen, Waldbesetzungen, Polizeieinsätze. Es scheint, als ob die Autorin die damaligen Ereignisse detailliert recherchiert und versucht hat, ihre Romanfiguren in eben diese hineinzuschreiben. Es hat nicht funktioniert. Die Hauptfiguren sind zwar zu Beginn recht gut angelegt mit genügend Konfliktpotenzial und Problemen in deren Privatleben und dann kommt die große Glocke „Kernkraftgegner“ und deckt alles andere zu. Der Kernkraft-Themenkreis hat mich echt nicht interessiert.

Ohnehin ist es schwer, zwischen den Figuren und den Zeitebenen zu unterscheiden, da diese inmitten eines Kapitels ununterscheidbar wechseln, weder typografisch noch sonst irgendwie hervorgehoben. Ich konnte keine rechte Bindung zu den Hauptfiguren aufbauen, weil sie echt blass wirkten und ich ihre Handlungen und Motivationen nicht nachempfinden konnte.

Auch das Cover, das lediglich ein Frauenbildnis zeigt, ist kein Hingucker und wirkt unambitioniert.

Ich würde den Roman Lesern empfehlen, die Interesse an den historischen Ereignissen rund um den geplanten KKW Bau am Kaiserstuhl haben.