Johanna und Luzie

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wal.li Avatar

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Beste Freundinnen sind Johanna und Luzie. Ihr großer Traum ist es, gemeinsam nach Marokko zu reisen. Doch ihre Pläne werden durchkreuzt als Johannas Vater plötzlich stirbt. Johanna fühlt sich verpflichtet, das elterliche Weingut zu übernehmen. Gemeinsam mit Mutter und Großmutter setzt sie sich für den badischen Wein ein. Luzie reist derweil für ein Projekt alleine nach Marokko. Als sie Anfang 1975 heimkehrt, haben sich etliche Veränderungen ergeben. Ob die Freundschaft zu Johanna, die etwas abgekühlt war, wieder aufleben wird? Das ist eine Frage, die Johanna und Luzie klären wollen. Die Menschen der Umgebung beschäftigt jedoch am Meisten der geplante Bau eines Atomkraftwerks in Wiehl.

In den 1970ern war es noch nicht selbstverständlich, dass eine Frau einen Betrieb führte. Das bekommt Johanna zu spüren, wenn sie betriebswirtschaftliche Entscheidungen treffen möchte. Für den Erwerb des Sonnenbergs, mit dem ihr Weingut richtig rentabel würde, braucht sie einen Kredit. Anstatt sachlich darüber zu entscheiden, hält der Bankmitarbeiter ihr einen Vortrag, was er von ihren Lebensumständen hält. Johannas Leben ist gerade im Umbruch und gewisse Unsicherheiten machen alles auch nicht einfacher. Luzie hat allerdings auch mit Problemen zu kämpfen. Diese hat sie sich zwar selbst eingebrockt, aber die Auswirkungen hat sie nicht verdient.

In diesem Hörbuch verleiht Ulrike Kapfer den Freundinnen Johanna und Luzie eine wunderbare Stimme. Das trägt sie durch die Handlung dieses spannenden historischen Romans. Mitte der 1970er befindet sich Deutschland im Wandel. Aufgrund der Ölkrise sollen Atomkraftwerke gebaut werden, um unabhängiger zu werden. An einigen Orten formiert sich Widerstand gegen den Bau. Erstmals zieht der Gedanke an den Umweltschutz größere Kreise. Zusätzlich wird es selbstverständlicher, dass Frauen eine gute Ausbildung bekommen und ihre Chancen auch wahrnehmen. Trotzdem blinken die spießigen fünfziger Jahre noch aus etlichen Knopflöchern. Die etwas rebellische Luzie und die eher strebsame und pflichtbewusste Johanna finden mit den Protesten gegen den Bau des Atomkraftwerkes wieder ein gemeinsames Thema. Ob ihre Freundschaft besteht ist allerdings nicht sicher. Mit packenden Worten versteht es die Autorin ihren Lesern und Leserinnen eine Phase der deutschen Geschichte näher zu bringen, in der es etliche Umwälzungen gab, von denen wir auch heute noch profitieren.