KKW Wyhl
Am Kaiserstuhl soll in den 1970er-Jahren ein Kernkraftwerk errichtet werden. Nicht nur die ansässigen Bauern fürchten um ihre Reben, auch Studenten und andere überzeugte Umweltschützer gehen in den Widerstand. Darunter Johanna und Luzie, zwei Freundinnen, die sich aber voneinander entfernt haben, als Johanna Mutter geworden ist, während Luzie eine zusammen geplante Marokkoreise angetreten hat. Wird man durch die gemeinsame Sache wieder zueinander finden oder steht man am Ende gar nicht auf derselben Seite?
Frauenrechte, Kernkraft und Politik der 1970er-Jahre stehen im Mittelpunkt dieses gewissenhaft recherchierten Romans, in der Kreditabteilung der örtlichen Bank spricht man überhaupt nur von „halben Personen“, wenn es um Frauen als Arbeitskräfte geht. Diese Stimmung fängt Brigitte Glaser sehr gut ein, die damalige Atmosphäre – auch durch die genannten Musiktitel – schleicht sich schnell in meine Erinnerung. Andererseits fehlen mir tiefergehende Gefühle der beiden Hauptfiguren Johanna und Luzie, aus deren Blickwinkeln die ganze Geschichte erzählt wird. Die Geheimnisse, welche Luzie aus Marokko mitbringt, werden mehrfach wiederholt, die Einflechtung vergangener Ereignisse ins gegenwartliche Geschehen erfolgt fließend, irritieren mitunter den Fluss des Lesens. Auch sonst bleiben mir die einzelnen Personen eher fremd, mitfühlen, mitbangen kann ich kaum mit ihnen, obwohl durchaus spannende und emotionale Szenen geschildert werden. Der Fokus dieser auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte liegt auf der Zeit von Jänner bis April 1975, vom Gefühl her begleitet man Johanna und Luzie aber deutlich länger. Am Schluss gibt es zwar keine großen Überraschungen, die letzten Zeilen stimmen jedoch durchaus zufrieden.
Wenig Emotion, aber gut an die Realität angelehnt, wer Näheres zum Widerstand rund um das Kraftwerk Wyhl erfahren möchte, sollte hier reinlesen.
Frauenrechte, Kernkraft und Politik der 1970er-Jahre stehen im Mittelpunkt dieses gewissenhaft recherchierten Romans, in der Kreditabteilung der örtlichen Bank spricht man überhaupt nur von „halben Personen“, wenn es um Frauen als Arbeitskräfte geht. Diese Stimmung fängt Brigitte Glaser sehr gut ein, die damalige Atmosphäre – auch durch die genannten Musiktitel – schleicht sich schnell in meine Erinnerung. Andererseits fehlen mir tiefergehende Gefühle der beiden Hauptfiguren Johanna und Luzie, aus deren Blickwinkeln die ganze Geschichte erzählt wird. Die Geheimnisse, welche Luzie aus Marokko mitbringt, werden mehrfach wiederholt, die Einflechtung vergangener Ereignisse ins gegenwartliche Geschehen erfolgt fließend, irritieren mitunter den Fluss des Lesens. Auch sonst bleiben mir die einzelnen Personen eher fremd, mitfühlen, mitbangen kann ich kaum mit ihnen, obwohl durchaus spannende und emotionale Szenen geschildert werden. Der Fokus dieser auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte liegt auf der Zeit von Jänner bis April 1975, vom Gefühl her begleitet man Johanna und Luzie aber deutlich länger. Am Schluss gibt es zwar keine großen Überraschungen, die letzten Zeilen stimmen jedoch durchaus zufrieden.
Wenig Emotion, aber gut an die Realität angelehnt, wer Näheres zum Widerstand rund um das Kraftwerk Wyhl erfahren möchte, sollte hier reinlesen.