Spannendes historisches Panorama
„Sonnenberg" von Brigitte Glaser erzählt die Geschichte der Freundinnen Johanna und Luzie, deren Wege in den 1970er Jahren ziemlich unterschiedlich verlaufen – eingebettet in ein spannendes historisches Panorama dieser Zeit.
Richtig spannend fand ich die Einbettung in die westdeutsche Antiatomkraftbewegung mit ihrem gewaltfreien Widerstand, ganz im Zeitgeist der Hippie-Ära – für mich ein Stück bundesdeutscher Geschichte, das ich bisher kaum kannte. Dazu kommen noch die Einblicke ins Marokko der siebziger Jahre, inklusive der Geschichte der Rifkabylen, die der Geschichte eine zusätzliche kulturelle und politische Facette geben. Schön finde ich auch, dass Glaser die dunklen Seiten nicht unter den Teppich kehrt: Die Nazivergangenheit einiger politischer Größen jener Zeit wird klar angesprochen.
Besonders gut gefallen hat mir, wie unterschiedlich die beiden Frauen gezeichnet sind. Johanna übernimmt von Anfang an viel Verantwortung – Schwangerschaft, der Tod ihres Vaters und die plötzliche Übernahme des Winzerbetriebs zwingen sie in eine Rolle voller Pragmatismus und Pflichtbewusstsein. Luzie dagegen zieht es allein nach Marokko, auf der Suche nach Freiheit fernab familiärer Zwänge; nach ihrer Rückkehr finden die beiden trotz ihrer so unterschiedlichen Erfahrungen im gemeinsamen Protest gegen ein geplantes Atomkraftwerk wieder zusammen.
An manchen Stellen zieht sich die Geschichte etwas und wird auch mal redundant. Trotzdem: Insgesamt ist „Sonnenberg" eine gelungene Mischung aus Freundschaftsdrama, starken Charakteren und einem historisch-politischen Hintergrund, der auch unbequeme Wahrheiten nicht ausspart.
Richtig spannend fand ich die Einbettung in die westdeutsche Antiatomkraftbewegung mit ihrem gewaltfreien Widerstand, ganz im Zeitgeist der Hippie-Ära – für mich ein Stück bundesdeutscher Geschichte, das ich bisher kaum kannte. Dazu kommen noch die Einblicke ins Marokko der siebziger Jahre, inklusive der Geschichte der Rifkabylen, die der Geschichte eine zusätzliche kulturelle und politische Facette geben. Schön finde ich auch, dass Glaser die dunklen Seiten nicht unter den Teppich kehrt: Die Nazivergangenheit einiger politischer Größen jener Zeit wird klar angesprochen.
Besonders gut gefallen hat mir, wie unterschiedlich die beiden Frauen gezeichnet sind. Johanna übernimmt von Anfang an viel Verantwortung – Schwangerschaft, der Tod ihres Vaters und die plötzliche Übernahme des Winzerbetriebs zwingen sie in eine Rolle voller Pragmatismus und Pflichtbewusstsein. Luzie dagegen zieht es allein nach Marokko, auf der Suche nach Freiheit fernab familiärer Zwänge; nach ihrer Rückkehr finden die beiden trotz ihrer so unterschiedlichen Erfahrungen im gemeinsamen Protest gegen ein geplantes Atomkraftwerk wieder zusammen.
An manchen Stellen zieht sich die Geschichte etwas und wird auch mal redundant. Trotzdem: Insgesamt ist „Sonnenberg" eine gelungene Mischung aus Freundschaftsdrama, starken Charakteren und einem historisch-politischen Hintergrund, der auch unbequeme Wahrheiten nicht ausspart.