Zurück in die 70er Jahre

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Mitte der 70er Jahre zieht Johanna mit ihrer Freundin Luzie in eine WG nach Freiburg, um zu studieren. Doch dann trennen sich ihre Wege. Der plötzliche Tod ihres Vaters zwingt Johanna ihr Studium abzubrechen. Sie muss nach Hause zurückkehren, um gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter das Weingut am Kaiserstuhl zu übernehmen. Luzie bereist währenddessen Marokko. Am Rande des Kaiserstuhls in dem kleinen Ort Wyhl soll ein Kernkraftwerk gebaut werden. Widerstand hat sich formiert, doch es gibt mehr Befürworter. Neben anderen Winzern und Bauern schließt sich Johanna den Protesten gegen das Kernkraftwerk an. Viele rechtschaffende Leute haben sich damals in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können, dass sie einmal fremdes Eigentum verletzen und einen Platz besetzen würden. Zum Glück kehrt ihre Freundin Luzie aus Marokko zurück und sie haben das Gefühl gemeinsam etwas bewirken zu können.

Mir gefällt der Schreibstil der Autorin. Durch die Perspektivwechsel wird Spannung aufgebaut. Der Handlungsverlauf umfasst die Zeitspanne vom 10. Januar 1975 bis 29. März 1975 und wird chronologisch dargeboten und flüssig erzählt. Gekonnt lässt Brigitte Glaser die 70er Jahre aufleben, lässt historische Ereignisse in ihrem Roman mit einfließen, so dass vergangene Zeiten in Erinnerung zurückgebracht oder jüngeren Lesenden der damalige Zeitgeist nähergebracht werden können. Sehr anschaulich und detailreich schildert sie die Lebensumstände, Bürgerinitiativen werden ins Leben gerufen, es wird der Widerstand gegen Kernkraftwerke und die Rolle der Frau thematisiert, man spürt eine Aufbruchstimmung, sodass man sich in die damalige Zeit zurückversetzt fühlt.