Zwischen Aufbruch und Widerstand

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annalena12_3 Avatar

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Der Roman entführt uns in die 1970er Jahre an den Kaiserstuhl. Nach dem Tod ihres Vaters muss Johanna den elterlichen Winzerbetrieb übernehmen und sich als junge, unverheiratete Mutter gegen die Vorurteile im Dorf behaupten. Gleichzeitig kehrt ihre Freundin Luzie von einer Reise aus Marokko zurück. Als der Bau des Kernkraftwerks in Wyhl geplant wird, schließen sich die beiden Frauen dem Widerstand an.

Besonders der Einstieg hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und die Atmosphäre des Kaiserstuhls sowie das damalige Dorfleben werden sehr anschaulich vermittelt. Auch die persönlichen Geschichten von Johanna und Luzie fand ich zunächst interessant.

Leider rückte mir im weiteren Verlauf der Widerstand gegen das Kernkraftwerk zu sehr in den Mittelpunkt. Die historischen Ereignisse sind offensichtlich gut recherchiert, konnten mich erzählerisch aber nicht immer packen. Gerade von Johanna und Luzie hätte ich mir mehr persönliche Entwicklung gewünscht. Durch die vielen Personen, Ortswechsel und politischen Ereignisse wurde die Handlung für mich zunehmend unübersichtlich und stellenweise auch etwas langatmig.

Insgesamt eine interessante Geschichte mit einem wichtigen historischen Hintergrund, die mich jedoch nicht durchgehend fesseln konnte. Schade, denn gerade die Figuren und der starke Einstieg hätten für mich noch deutlich mehr Potenzial gehabt.