Zwischen Weinbergen, Freundschaft und Aufbruch

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privee1234 Avatar

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Was mir an „Sonnenberg“ von Brigitte Glaser besonders gefallen hat, ist die Verbindung zwischen einer persönlichen Geschichte und einem echten historischen Ereignis. Johanna muss nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters ihr Studium aufgeben und zurück in ihr Heimatdorf, um das Weingut der Familie zu übernehmen. Gleichzeitig soll in der Nähe von Wyhl ein Atomkraftwerk gebaut werden, gegen das sich immer mehr Menschen wehren.
Johanna fand ich als Figur interessant, weil sie sich gleich in mehreren Bereichen behaupten muss. Sie ist eine junge Frau in einer von Männern bestimmten Welt, kümmert sich allein um ihre Tochter und muss plötzlich Verantwortung für den Familienbetrieb übernehmen. Gleichzeitig möchte sie ihre eigenen Vorstellungen vom Leben nicht einfach aufgeben.
Auch ihre Freundschaft mit Luzie spielt eine wichtige Rolle. Die beiden haben sich unterschiedlich entwickelt und trotzdem verbindet sie viel miteinander. Dass zwischen ihnen außerdem ein Geheimnis steht, macht ihre Beziehung für mich noch spannender.
Gelungen fand ich auch die Atmosphäre der 1970er-Jahre. Die Proteste gegen das Atomkraftwerk wirken nicht nur wie ein historischer Hintergrund, sondern sind eng mit dem Leben der Figuren verbunden. Dadurch bekommt man beim Lesen auch einen Eindruck davon, wie viel sich damals gesellschaftlich verändert hat.
An manchen Stellen waren mir die Rückblicke etwas zu häufig und ich musste kurz überlegen, in welcher Zeit die Geschichte gerade spielt. Insgesamt habe ich den Roman aber gerne gelesen. Für mich ist „Sonnenberg“ eine interessante Geschichte über Freundschaft, Verantwortung und den Mut, sich gegen Erwartungen zu stellen und den eigenen Weg zu gehen.