Spannend und manchmal etwas überladen

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corbinian Avatar

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Nach einem erfolgreichen ersten Band, gelingt es nicht allen Autoren einen zweiten Band herauszubringen, der sich mit dem ersten Band Messen kann. Das schein insgesamt ein Phänomen zu sein, denn auch in Filmen enttäuschen viele zweite Teile und nur die wenigsten können überzeugen. Diese Ausnahmen sind es aber, die immer wieder Hoffnung machen und die bei Fans Freude auslösen, wenn ein zweiter Band oder eben ein zweiter Film veröffentlicht wird.

Mit Die Macht der weißen Sonne von R.L. Ferguson liegt nun der zweite Band der Spellcraft-Reihe um die Spellcrafterin Lucy und ihre Freunde vor. Der erste Band war sehr spannend und die Welt, dank der Magieart absolut interessant und durchdacht. Damit wären die Voraussetzungen für einen erfolgreichen zweiten Band gegeben. Erschienen ist der mehr als 380 Seiten dicke Band knapp ein Jahr nach dem ersten Band abermals bei Ravensburger.

Der Anfang ist schnell erzählt. Lucy nimmt an einer Ausstellung teil, an der auch normale Menschen teilnehmen. Sie ist für einen tanzenden Bären verantwortlich, muss dann aber, nach einem Angriff auf die Veranstaltung die Anwesenden retten. Zur Hilfe kommt ihr dabei eine Stimme in ihrem Kopf. In einer magischen Welt zwar auch nicht alltäglich, aber wohl kein Grund andere darüber zu informieren. Zumindest nimmt Lucy den Umstand recht locker hin und macht weiter wie bisher. Das wie bisher ist dabei wörtlich zu nehmen, denn es geht so weiter, wie es in Band 1 begann. Ein Abenteuer jagt das nächste und die Ausbildung ist mehr oder weniger vergessen. Dabei gibt es neue und alte Feinde und neue Verbündete, aber auch die alten Freunde tauchen wieder auf.

Eigentlich hätte man ein ganz dickes Buch machen können, denn Band 2 schließt nahtlos an Band 1 an und das genügt, um ihn erfolgreich zu machen, denn der Übergang war fließend und durchdacht. Das Buch ist spannend, vielleicht manchmal etwas zu vollgepackt. Erholung gibt es für die Gruppe kaum und das macht es dann an einigen Stellen doch etwas überladen und, und das sage ich in Urban Fantasy-Settings ungerne, doch etwas unrealistisch. Es gibt aber tolle Wendungen und eben wegen der Überladung durchweg Spannung und das will man als Lesender ja auch. Sprache und Schreibstil sind wieder gelungen, die Übersetzung passt also. Wenn jetzt noch ein fließender und zeitlich kurzer Übergang zu Teil 3 kommt, dann dürfte sich jeder freuen.

Fazit: Ein zweiter Band, der sich mit dem ersten fast messen kann, das ist Spellcraft 2 – Die Macht der weißen Sonne. Lucy erlebt mit ihren Freunden wieder viele Abenteuer und deckt weitere neue Geheimnisse auf, die echte Wendungen sind. Manchmal etwas zu viel, manchmal unrealistisch, aber immer überzeugend und unterhaltsam. Band 3 darf gerne zeitnah erscheinen.