weniger inspirierend als erwartet

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lucieliest- Avatar

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Ich war richtig gespannt auf „Spiele und Rituale für euren Alltag“. Der Titel klang nach genau dem, was ich mir wünsche: Familienrituale, die den Alltag strukturieren, Wärme bringen und Nähe schaffen. Und optisch? Richtig schön! Das Buch ist liebevoll gestaltet, durchdacht gesetzt und lädt förmlich zum Durchblättern und Reinschreiben ein. Schon beim Anschauen spürt man, wie viel Herz in der Gestaltung steckt.

Inhaltlich kam dann aber die Ernüchterung. Viele der sogenannten „Rituale“ sind für mich gar keine Rituale, sondern eher bekannte Beschäftigungsideen. Dinge wie Wolkenbilder malen, Pfützen erforschen oder Flüsterpost – das sind nette Aktivitäten, ja, aber nichts, was für mich Tiefe oder Wiederholungswert hat. Ein Ritual sollte doch etwas Besonderes sein, ein Moment, der Bedeutung bekommt, weil man ihn gemeinsam immer wieder erlebt. Davon finde ich hier leider zu wenig.

Natürlich gibt es auch positive Ausnahmen: „Klamottenstraße“ oder „Badezimmerbingo“ sind gute, alltagstaugliche Ideen, die wirklich helfen können. Aber dann tauchen wieder Klassiker auf, die man seit ewig kennt – und das frustriert, weil das Buch auf den ersten Blick nach so viel mehr klingt.

Ein weiteres Problem ist das Format. Ich hätte mir ein Kartenset gewünscht, das man schnell zur Hand nehmen kann – mit einer Idee pro Karte, kurz erklärt und sofort umsetzbar. Für Eltern ist das einfach praktischer, als sich durchs Buch zu blättern.

Unterm Strich bleibt für mich: optisch wunderschön, inhaltlich schwächer. Für Eltern, die ganz neu auf Ideensuche sind, bestimmt hilfreich. Für mich persönlich aber zu wenig neu, zu wenig Tiefe, zu viel Bekanntes. Schade – da war deutlich mehr Potenzial drin.