Baggersee-Idylle auf Messers Schneide

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saskian Avatar

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​Die Leseprobe zu Marie Menkes „Spielverderberin“ entfaltet von der ersten Zeile an eine unterschwellige, fast greifbare Spannung, die weit über ein gewöhnliches Wiedersehen alter Schulfreundinnen hinausgeht. Durch die Augen der Protagonistin Sophie erleben wir eine beklemmende Heimkehr in die ländliche Enge, in der das Schweigen im Auto und der „Dorffunk“ eine Atmosphäre von Paranoia und Unbehagen schaffen. Besonders faszinierend ist die psychologische Dynamik des Trios: Während Lotte durch ihre körperlichen Narben und ihre distanzierte Art wie ein stummes Mahnmal wirkt, dominiert Romy die Szenerie als charismatische, aber unberechenbare Kraft.

​Das Setting am Baggersee wirkt nur vordergründig idyllisch; unter der Oberfläche brodelt ein dunkles Geheimnis, das durch geschickte Andeutungen von Ruß, Feuer und Lügen immer wieder befeuert wird. Menke gelingt es hervorragend, alltägliche Details wie klebrige Süßigkeiten oder Metallbecher mit einer Bedrohlichkeit aufzuladen, die schließlich in der schockierenden Nachricht über einen Polizeieinsatz gipfelt. Der Text fesselt, weil er die Grenze zwischen nostalgischem Jugenddrama und düsterem Psychothriller verwischt und den Leser mit der quälenden Frage zurücklässt, welche Schuld die drei Frauen tatsächlich verbindet.

Somit habe ich großes Interesse zu erfahren, wie es weitergeht!