Drei Frauen, ein ungelöstes Vergangenes

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nickithecat Avatar

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Die Leseprobe zu Spielverderberin zeichnet ein leises, aber wirkungsvolles Spannungsbild. Drei ehemalige Freundinnen treffen nach Jahren wieder aufeinander, und von Anfang an ist spürbar, dass zwischen ihnen mehr unausgesprochen als gesagt wird. Kleine Andeutungen, Brüche und alte Verletzungen erzeugen eine unterschwellige Unruhe, die neugierig macht.

Besonders gelungen finde ich die Atmosphäre: Das enge Dorfsetting, die Rückkehr in die Vergangenheit und das Gefühl von Stillstand stehen im starken Kontrast zu dem, was sich innerlich bei den Figuren abspielt. Die Sprache ist eher zurückhaltend und präzise als dramatisch, wirkt dabei aber sehr gezielt. Kurze Sätze und klare Beobachtungen treffen oft genau den richtigen Ton.

Die Figuren erscheinen widersprüchlich und menschlich, ohne vorschnell bewertet zu werden. Dass etwas Entscheidendes in der Vergangenheit passiert ist, wird früh deutlich, bleibt aber bewusst vage. Genau daraus entsteht die Spannung. Insgesamt hinterlässt die Leseprobe den Eindruck einer psychologisch fein erzählten Geschichte, die weniger auf äußere Handlung setzt, dafür umso stärker auf zwischenmenschliche Dynamik. Ich bin gespannt, was sich nach und nach offenbaren wird.