Es brodelt unter der glatten Oberfläche
Die Leseprobe aus "Spielverderberin" von Marie Menke hat mich mehr als neugierig gemacht. Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch das Cover, das mich sehr angezogen hat, die 3 Füße junger Frauen, bei denen ich nicht entscheiden kann, handelt es sich hier um Nähe oder doch eher um einen Schienbeintritt? Die Freundschaft und die geschlagenen Wunden zwischen Sophie, Lotte und Romy sind in dem Ausschnitt sofort spürbar, Menke schreibt dicht und mit unter der Oberfläche gedrängter Emotionalität. Was ist alles vorgefallen zwischen diesen drei jungen Frauen? Schon auf den 20 Seiten deuten sich viele Geheimnisse an und einschneidende Vorfälle aus der Vergangenheit, die die Freundschaft zum Erliegen brachten - und Schuld, die hier aus jedem Knopfloch starrt, Schuld, Redeunfähigkeit, Provokation, selten haben mich wenige Seiten so angefasst. Es war so, als säße ich mit auf der Picknickdecke am See und das war positiv unerträglich. Und auch der See scheint wie ein Sinnbild der Freundschaft, glatt die Oberfläche, unergründlich darunter, zu kalt zum Schwimmen und irgendwie doch malerisch. Der Kontrast zwischen der Provinz und der Stadt - durchweg spürbar, es katapultiert mich in meine eigene Jugend in einer Kleinstadt, heute lebe auch ich in Köln wie zwei der Protagonistinnen. Fühlt sich sehr nah an. Hier würde ich sehr gerne weiterlesen und die Geschichte dieser Freundschaft erfahren. Kann es eine Zukunft dafür geben?
Ich rezensiere auf allen gängigen Seiten und Foren.
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