Architektur der Belanglosigkeit: Eine Analyse zu Marie Menkes „Spielverderberin“
Es ist ein Vorhaben, das man Marie Menke hoch anrechnen muss: In ihrem Debütroman Spielverderberin rückt sie die weibliche Freundschaft radikal ins Zentrum der Erzählung. Weg von den klassischen Liebesgeschichten, hin zu den komplexen, oft toxischen Bindungen zwischen Frauen, die sich zwischen Loyalität und Rivalität bewegen. Dieser Ansatz ist ebenso zeitgemäß wie notwendig, und man spürt den ambitionierten Versuch der Autorin, die tiefen Narben zu untersuchen, die das gemeinsame Erwachsenwerden hinterlässt. Doch so lobenswert der Versuch ist, dieses Sujet literarisch zu besetzen, so ernüchternd ist leider die konstruktive Umsetzung.
Der Roman präsentiert sich letztlich wie ein literarisches Fertigbauhaus. Von außen betrachtet wirkt die Architektur modern – eine Dreierkonstellation, ein dunkles Geheimnis, zwei Zeitebenen. Doch tritt man ein, bemerkt man die dünnen Wände. Menke versucht krampfhaft, psychologische Tiefe und einen doppelten Boden zu simulieren, doch die eingestreuten Schicksalsschläge wirken wie austauschbare Bausteine aus einem Dramaturgie-Katalog. Sie sind oft banal und wirken so deplatziert, dass sie den Leser merkwürdig unberührt lassen. Nichts an dieser Tragik fühlt sich organisch gewachsen an; alles ist bloße Reißbrett-Konstruktion.
Besonders frustrierend ist das massive Füllmaterial, das die eigentliche Handlung unnötig aufbläht. Charaktere wie der Partner Murat fungieren lediglich als statische Statisten, die so wenig zur Essenz beitragen, dass die Lektüre streckenweise zur Disziplinarmaßnahme gerät. Wenn man sich dabei ertappt, ganze Seiten zu überblättern, um dem irrelevanten Rauschen der Nebenhandlungen zu entkommen, offenbart sich das Kernproblem: Die eigentlich spannende Grundidee der Frauenfreundschaft wird unter Bergen von Belanglosigkeiten begraben.
Das Finale schließlich markiert den Moment, in dem das Konstrukt vollends in sich zusammenbricht. Nachdem man sich durch die zähen Passagen gekämpft hat, in der Hoffnung auf eine kathartische Auflösung, bleibt nur die Ernüchterung. Das Ende ist kein Paukenschlag, sondern ein leises Verpuffen einer ohnehin schon faden Auflösung. Es ist schmerzhaft, wenn man feststellt, dass die „Karotte“, die einem ständig vor die Nase gehalten wurde, am Ende jeglichen Geschmack vermissen lässt.
Fazit: Man möchte das Buch für seinen Fokus auf die Komplexität von Freundschaften lieben, doch die Umsetzung scheitert an ihrer eigenen Künstlichkeit. Spielverderberin ist ein Buch, das man liest, um das Rätsel zu lösen, nur um am Ende festzustellen, dass das Rätsel den mühsamen Weg dorthin kaum wert war.
Der Roman präsentiert sich letztlich wie ein literarisches Fertigbauhaus. Von außen betrachtet wirkt die Architektur modern – eine Dreierkonstellation, ein dunkles Geheimnis, zwei Zeitebenen. Doch tritt man ein, bemerkt man die dünnen Wände. Menke versucht krampfhaft, psychologische Tiefe und einen doppelten Boden zu simulieren, doch die eingestreuten Schicksalsschläge wirken wie austauschbare Bausteine aus einem Dramaturgie-Katalog. Sie sind oft banal und wirken so deplatziert, dass sie den Leser merkwürdig unberührt lassen. Nichts an dieser Tragik fühlt sich organisch gewachsen an; alles ist bloße Reißbrett-Konstruktion.
Besonders frustrierend ist das massive Füllmaterial, das die eigentliche Handlung unnötig aufbläht. Charaktere wie der Partner Murat fungieren lediglich als statische Statisten, die so wenig zur Essenz beitragen, dass die Lektüre streckenweise zur Disziplinarmaßnahme gerät. Wenn man sich dabei ertappt, ganze Seiten zu überblättern, um dem irrelevanten Rauschen der Nebenhandlungen zu entkommen, offenbart sich das Kernproblem: Die eigentlich spannende Grundidee der Frauenfreundschaft wird unter Bergen von Belanglosigkeiten begraben.
Das Finale schließlich markiert den Moment, in dem das Konstrukt vollends in sich zusammenbricht. Nachdem man sich durch die zähen Passagen gekämpft hat, in der Hoffnung auf eine kathartische Auflösung, bleibt nur die Ernüchterung. Das Ende ist kein Paukenschlag, sondern ein leises Verpuffen einer ohnehin schon faden Auflösung. Es ist schmerzhaft, wenn man feststellt, dass die „Karotte“, die einem ständig vor die Nase gehalten wurde, am Ende jeglichen Geschmack vermissen lässt.
Fazit: Man möchte das Buch für seinen Fokus auf die Komplexität von Freundschaften lieben, doch die Umsetzung scheitert an ihrer eigenen Künstlichkeit. Spielverderberin ist ein Buch, das man liest, um das Rätsel zu lösen, nur um am Ende festzustellen, dass das Rätsel den mühsamen Weg dorthin kaum wert war.