Eine zu viel
Was macht Freundschaft aus und wie verändert sich die Dynamik im Laufe der Zeit und bei Veränderungen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Roman, in dem Sophie, Lotte und Romy eine Dreierfreundschaft während der Schulzeit haben, die sich aber nicht darüber hinaus weiterentwickeln kann. Die Grundstimmung ist durchwegs melancholisch und düster, sodass man das Gefühl hat, die Jugendlichen haben nur Stress, Probleme und Unsicherheit in ihren Leben, keine Freude oder positive Energien, dies empfinde ich beim Lesen bedrückend. Die Erzählung erfolgt hauptsächlich aus der Perspektive von Sophie als Ich-Erzählerin, somit bekommen wir als Leser*innen ihre Sichtweise zu sehen. Mich hätte auch noch interessiert, ob Romy und Lotte ähnlich empfinden, ob sie die Freundschaft vermissen oder ob sie sie vorher nicht als so prägend und wichtig empfunden haben – das kommt leider nicht so deutlich zum Vorschein. Manche Freundschaften überstehen schwierige Phasen im Leben, auch örtliche Distanzen, andere wiederum nicht. An Freundschaften muss man auch arbeiten, wenn sie einem wichtig sind. Erschwerend kommt hier hinzu, der Stadt- Land – Konflikt, der auch zwischen Milan und Sophie zu größeren Diskussionen führt. Vor allem aber ein dramatisches Ereignis hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die niemals aufgearbeitet wurde und immer zwischen den ehemaligen Freund*innen steht. Bei Sophie kommen auch noch viele weitere Unsicherheiten und innere Konflikte hinzu. Sie befindet sich in einer Phase ihres Lebens, wo sie erstmal für sich selbst herausfinden muss, was sie möchte. An diesem Punkt endet auch der Roman und er verleitet dazu, dass man sich als Leser*in über diese Fragen weiterhin Gedanken macht.