Innere Zerrissenheit

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sjs11 Avatar

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Marie Menke legt mit „Spielverderberin“ einen Debütroman vor, der schnell unter die Haut geht. Erzählt wird die Geschichte von drei jungen Frauen in ihren Zwanzigern, deren Freundschaft in einer gemeinsamen Jugend auf dem Land gewachsen ist und die bis heute durch gemeinsame Erlebnisse und unausgesprochene Wahrheiten verbunden sind.
Der Roman setzt sich intensiv mit dem Spannungsverhältnis zwischen Leben in der Stadt und auf dem Land auseinander und nimmt dabei gängige Klischees kritisch in den Blick. Ebenso werden Themen wie psychische Gesundheit und die Belastbarkeit von Freundschaften sensibel aufgegriffen.
Besonders überzeugend ist die Erzählstruktur: Durch den Wechsel zwischen zwei Zeitebenen wird die Spannung kontinuierlich gesteigert, während sich das prägende Ereignis aus der Vergangenheit immer deutlicher abzeichnet. Die innere Zerrissenheit der Hauptfigur Sophie ist dabei jederzeit spürbar und ihre Gefühlswelt zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Ein eindringlicher, mitreißender Roman, der trotz seiner Tiefe leicht zu lesen ist und lange nachhallt.