Interessantes, wenn auch nicht ganz überzeugendes Debüt

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„Spielverderberin“ erzählt von der komplizierten Dreierfreundschaft zwischen der Ich-Erzählerin Sophie, Lotte und der später aus München zugezogenen Romy. Bereits zu Beginn schwingt eine düstere Grundstimmung mit, denn ein Vorfall im letzten Schuljahr vor 4 Jahren hat die Freundinnen entfremdet. Was genau passiert ist, wird dem Lesenden erstmal vorenthalten und nur durch Gedankenfetzen Sophies angedeutet. Marie Menke schafft es, die Spannung immer gerade so hoch zu halten, dass man zwischen Gegenwart (und dem ersten erneuten Aufeinandertreffen der drei) und den Geschehnissen von vor 4 Jahren getragen wird und man sich durch die zwei Zeitebenen langsam der Wahrheit annähert.

Die Freundschaft zwischen Sophie, Lotte und Romy ist geprägt von Unsicherheit, Neid und Eifersucht und ich konnte ihr insgesamt nur wenig Positives abgewinnen. Während Sophie und Lotte sich seit Kindheitstagen kennen, wird die Freundschaft durch Romy aufgewirbelt. Sophie ist anschließend immer außen vor und ihre Unsicherheit ist während des ganzen Buches spürbar. Erst als Lotte in eine Klinik muss, nimmt Sophie den Platz an Romys Seite ein. Diese Freundschaft ist aber keinesfalls von Wohlwollen geprägt, viel eher weist sie obsessive Züge auf. Insgesamt war diese Dreierkonstellation für mich nur schwer greifbar und mir hat sich die Intention hinter dieser „Freundschaft“ nicht wirklich erschlossen. Alle drei, vor allem aber Sophie und Romy waren jedenfalls absolut keine Sympathieträgerinnen.

Marie Menkes Schreib- und Erzählstil ist der Grund, warum ich das Buch trotz des nicht ganz nachvollziehbaren Plots und der etwas underwhelming Auflösung am Ende trotzdem gerne gelesen habe. Sie schreibt sehr zugänglich und wortgewandt, wenn auch manchmal etwas repititiv. Da es sich um ein Debüt handelt, bin ich jedenfalls gespannt, was zukünftig noch von der Autorin kommen wird.