(K-) eine Freundschaft

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Ein Coming of Age- Roman über Abhängigkeit, Schuld und das Erwachsenwerden.

Es geht um drei Freundinnen, die sich zunehmend voneinander entfremden.
Sophie und Lotte sind zusammen im ländlichen Süthland aufgewachsen und bereits seit Kindertagen befreundet. Doch als später Romy aus München dazustößt, entsteht ein Ungleichgewicht, da Romy mit ihrer selbstbewussten, faszinierenden Art zum Dreh-und Angelpunkt in der neuen Dreierkonstellation wird. Im Verlauf kommt es zu einem folgenschweren Unfall und einem Bruch in der Freundschaft.
Während sie zu Lotte den Kontakt nur noch oberflächlich hält, sucht Sophie um so mehr die Nähe zu Romy, von deren Andersartigkeit sie regelrecht angezogen wird. Sie träumt davon, nach dem Abitur gemeinsam mit Romy nach Köln ziehen, um dort zu studieren, doch als es konkret wird, scheint Romy Sophie plötzlich zu ghosten.

Die Geschichte zeigt sehr eindrücklich wie unterschiedlich sich die gesellschaftliche Prägung auf  Freundschaften auswirkt, wie fragil Kinder- und Jugendfreundschaften sein können und wie schwer es ist, seinen eigenen Platz im Leben zu finden.

Gerade am Anfang hat es mich sehr gereizt, die Entwicklung dieser freundschaftlichen Verbindung zu verfolgen. Dabei musste ich jedoch schnell feststellen, dass diese bereits einen ersten Knacks abbekommen hat. Ein Grund dafür, ist Lottes Unfall, der einerseits  für Schuldgefühle bei Sophie und Romy sorgt, dessen genauere Umstände und Folgen andererseits erst später thematisiert werden. Generell herrscht viel Interpretationsspielraum zwischen den Zeilen und häufiger auch leichte Verwirrung durch unangekündigte Zeitsprünge. Obwohl gerade das Ungewisse einen spannenden Nährfaktor in diesem Roman hat, wurde es mir zeitweise zuviel. 

Lotte tritt lediglich als Randfigur in Erscheinung, da sich Ich-Erzählerin Sophie sehr auf Romy konzentriert. Sie gibt ehrliche, nachvollziehbare Einblicke in ihre Gefühlswelt und teilt ihre Überforderung in den Situationen mit denen sie konfrontiert wird. Und doch fiel es mir schwer eine Beziehung zu ihr aufzubauen.

Am Ende angekommen, bin ich mir nicht sicher, wie ich das Leseerlebnis beurteilen soll. Es war intensiv, interessant und doch nicht so recht MEINE Geschichte! Dennoch halte ich den Roman für sehr lesenswert!