Lügen und Schuld

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„Spielverderberin“ von Marie Menke ist ein Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, Vertrauen, Werte, über Zukunft, Träume und Hoffnungen.
Der Roman der jungen Autorin beginnt sehr spannend und man ist gleich in die Geschichte eingestiegen, möchte wissen, welche Geheimnisse hinter der Beziehung stecken, warum sich Sophie, Lotte und Romy, langjährige enge Freundinnen, auf einmal aus den Augen verloren haben, was sie trennt und warum sie sich nach vier Jahren auf einmal wiedersehen. Wir erleben die Situation aus Sophies Sicht, sie beobachtet, kommentiert, versucht zu verstehen, macht aber auch immer nur Andeutungen, die die Neugier der Leserin wecken. Was hat es mit dem geheimnisvollen Haus auf sich? Warum ist Lottis Unfall passiert und was ist tatsächlich geschehen? Fühlen sich Romy und Sophie schuldig? Wer trägt die Verantwortung? Wer bin ich und wer möchte ich sein? Spannende Fragen, die es zu entdecken gilt.
Die drei ungleichen Freundinnen verbindet auf der einen Seit viel, andererseits trennen sie die Herkunft, die Erwartungen an die Zukunft, die Familien, Stadt versus Land, der Pragmatismus auf der einen Seite, der Sinn für Kultur und Kunst auf der anderen. Und eine Freundschaft zu dritt ist per se gefährdet, da Eifersucht in der Regel ein Thema ist, das nicht überwunden werden kann, besonders, wenn sich Ungesagtes, Schuld und Lügen dazugesellen.
„Spielverderberin“ - Ein interessanter Beginn, der allerdings an Intensität verliert und im Laufe des Romans etwas flacher wird, eine Lektüre, die zu fesseln vermag, die Jugendliche auf ihrem Weg begleiten kann, die wichtige Fragen stellt und Diskussionsanlässe bietet.