Marie Menkes Debütroman war für mich ein richtiges Highlight!

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katrriin Avatar

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Das Buch handelt von Sophie, Lotte und Romy, die zusammen auf dem Dorf groß geworden sind, wobei der Roman aus Sophies Perspektive geschrieben ist. Ein Erzählstrang handelt von der Phase kurz vor und nach dem Abitur, in der es vor allem um die Zukunftspläne, die damit verbundenen Ängste und die Freundschaft der dreien, die dadurch auf die Probe gestellt wird, geht. Der zweite Erzählstrang, mit dem das Buch auch beginnt, spielt vier Jahre später. Lotte und Sophie sind beide in die Großstadt gezogen, haben studiert und werden plötzlich von Romy für ein Wiedersehen aufs Dorf eingeladen. Es wird schnell klar, dass vor vier Jahren etwas vorgefallen sein muss, was die Freundschaft der dreien für immer verändert hat…

Dadurch wird direkt zu Beginn eine gewisse Spannung aufgebaut, die über das gesamte Buch hinweg aufrechterhalten wird, während immer mehr Details über den Sommer nach dem Abitur zutage kommen. Neben dieser erzeugten Spannung hat mir der Roman auch ansonsten so gut gefallen, dass ich ihn in einem Stück durchlesen wollte. Mit Sophies Sorgen und Gedanken nach dem Abitur konnte ich mich sehr gut identifizieren. Wer wie Sophie auf dem Land groß geworden ist, kennt es bestimmt: Es gibt auf dem Dorf keine Lebensvorstellungen / -entwürfe, die über die Dorfgrenzen hinausgehen. Wie soll man also Entscheidungen über die eigene Zukunft treffen, wenn man nicht mal alle Optionen kennt?

Während Sophie nicht sicher ist, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte, scheint Lotte genau zu wissen, was sie macht und machen will. Und so entsteht eine immer (toxischere) Beziehung der Abhängigkeit zwischen den beiden, in denen Sophie sich immer mehr versucht an Lotte zu orientieren. Auch diese ungesunde Freundinnenschaft kam mir aus meiner eigenen Schulzeit sehr bekannt vor. Dadurch, dass das Buch aus Sophies Perspektive geschrieben ist, konnte man sehr mit ihr mit fühlen und ihre Handlungen gut nachvollziehen, auch wenn sie vielleicht keine grundsätzlich sympathische Hauptfigur ist.

All die behandelten Themen – der Dorf-Stadt-Unterschied, die Privilegien, die entstehen, je nachdem wo und wie man aufwächst, die toxische Freundinnenschaft, von der man sich trotzdem nicht ganz lösen kann – waren es, was das Buch für mich besonders und zu einem Highlight gemacht hat. Ich konnte mich sehr gut damit identifizieren und kann es jedem empfehlen, der selbst den Sprung vom Land in die Großstadt gewagt hat, oder ebenso keine genauen Zukunftsvorstellungen hat. Aber auch für alle anderen, die einfach nach einer spannenden Geschichte mit mehreren Erzählsträngen suchen, ist dieses Buch empfehlenswert. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight!