Nicht mehr ganz meine Lebenssituation

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larissa2808 Avatar

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Drei junge Frauen, verbunden durch ihre gemeinsame Schulzeit und Jugend auf dem Land, zerstreuen sich nach ihrem Schulabschluss in verschiedene Richtungen und bleiben einander doch in den Köpfen. Gemeinsam haben sie in der Vergangenheit entscheidende Momente erlebt, wodurch eine Verbindung entstand, die sich nie ganz wieder trennen lässt. Jede geht anders mit dem Erlebten um und jede wählt einen anderen Weg für sich. Doch ist der Weg, den man sich da mit Anfang zwanzig aussucht auch wirklich der fürs Leben, oder gibt es vielleicht noch mehr Optionen? Andere Optionen? Bessere Optionen? Und darf eine einfach gehen, ohne zu sagen wohin? Einfach so die Verbindung kappen? Und dann gab es da auch noch eine schicksalhafte Nacht, in der Ereignisse in Gang gesetzt wurden, die alles für immer verändert haben.
 
Sophie, Lotte und Romy sind drei junge Frauen, die mit dem Leben struggeln, mit dem Wie-geht-es-weiter?. Dabei konnte ich gut die Zerrissenheit zwischen Land und Stadt nachfühlen. Nirgends fühlt man sich so richtig zuhause, weil immer irgendetwas fehlt. Ansonsten sind mir die Protagonistinnen etwas fremd geblieben. Sie haben mich nicht wirklich nahe an sich herangelassen und viele Beweggründe für ihr Verhalten werden eben auch erst gegen Ende des Romans aufgedeckt, was mich während der Lektüre ab und an etwas ratlos zurückgelassen hat. Ansonsten mochte ich den Vibe gerne, die Kulissen des Romans und mit den Zweifeln, die in diesem Alter bei so vielen von uns auftreten konnte ich sehr gut relaten. Allerdings glaube ich, dass der Roman noch besser gekickt hätte, wäre ich zehn Jahre jünger, also einfach näher am Alter der Protagonistinnen. Meine Lebenswelt ist mittlerweile so anders und entsprechend fern fühlen sich die besprochenen Themen für mich an.
 
Auf jeden Fall aber ein gelungenes Debüt, mit einer ganz wundervollen Sprache und einer Geschichte, die sich echt anfühlt.