Noch ausbaufähig
Die Hauptstraße von Süthland ist schmal. Breit genug für einen Traktor, aber zu eng, als dass zwei Autos aneinander vorbeikämen. Sophie sitzt in dem alten Fiat ihres Großvaters, um Lotte abzuholen und sieht sie schon von weitem. Bunte Hose mit Gummizug, Batik-Shirt und Batik-Tasche. Lottes Mutter hatte Sophies erzählt, dass Lotte jetzt mit Kindern arbeitet und die hat Sophie sofort eine Nachricht geschickt. Der Dorftratsch funktioniert immer noch. Als sie vor Lotte hält, klebt ihr Shirt am Rücken. Als Lotte eingestiegen ist, blickt Sophie in ihr Gesicht und sieht die Abdrücke der beiden Schrauben hinter der Stirn.
Romy hatte vor zwei Wochen wie aus dem Nichts eine Chat-Gruppe eröffnet und die beiden früheren Freundinnen hinzugefügt. Jetzt waren sie am See verabredet, sie haben sich ewig nicht gesehen. Sophie denkt an die Nacht, als sie Romy zuletzt gesehen hat, an den Ruß in ihrem Gesicht.
Sophie und Lotte sind zuerst am See und machen es sich auf Handtüchern bequem. Lotte packt tütenweise Gummibärchen und saure Schlangen aus, Sophie ein Baguette und Humus. Sie sehen Romy auf sich zukommen, die verschmitzt lächelt. Sie setzt sich zu ihnen und packt Sekt, drei Becher und ihre orange Tupperware mit Cashewkernen aus. Das Gespräch zwischen den drei jungen Frauen entwickelt sich müßig, bis Romy im See verschwindet und Lotte zu Fuß nach Hause geht.
Fazit: Die Debütantin Marie Menke hat eine Freundschaft und deren Beständigkeit verhandelt. Sophie und Lotte kennen sich aus dem Kindergarten und waren über die folgenden Schuljahre hinaus einmal gute Freundinnen. In der Oberstufe stößt die Münchnerin Romy hinzu und pflegt eine Freundschaft zu Lotte, die Sophie außen vorlässt. Ich erfahre die Geschichte aus Sicht Sophies, die mich mit Rückblicken versorgt. Von Anfang an schwebt eine Ahnung von etwas Schlimmem, das passiert sein muss, über der Szenerie. Da ist Sophies Scham Lotte gegenüber wegen der Schrauben. Ihre Unsicherheit Romy gegenüber, die sie zu vergöttern, aber auch abzulehnen scheint. Mit dieser Ahnung hat die Autorin mich so neugierig gemacht, dass ich ihr fast blind gefolgt bin. Fast blind, weil mir die Charaktere nicht stimmig genug gezeichnet waren. Ich bekomme eine Ahnung von Romys Selbstgefälligkeit, doch mir ist nicht ganz klar geworden, wie sie so mühelos zwischen die beiden grätschen konnte. Lottes Passivität fand ich merkwürdig, Sophies Sozialneid den Städtern gegenüber schauerlich. Ich muss gestehen, dass ich ein nicht korrigiertes Leseexemplar in Händen hielt, aber so ist es nun mal. Davon abgesehen, dass die Geschichte in mir ein durchweg ungutes Gefühl erzeugt hat, hätte ich mir die Charaktere besser ausgearbeitet gewünscht. So bekam ich einen Rohstoff, der ein bisschen mehr Liebe gebraucht hätte. Für Leser*innen, die „Kosakenberg“ von Sabine Rennefanz oder „Furye“von Kat Eryn Rubik mochten.
Romy hatte vor zwei Wochen wie aus dem Nichts eine Chat-Gruppe eröffnet und die beiden früheren Freundinnen hinzugefügt. Jetzt waren sie am See verabredet, sie haben sich ewig nicht gesehen. Sophie denkt an die Nacht, als sie Romy zuletzt gesehen hat, an den Ruß in ihrem Gesicht.
Sophie und Lotte sind zuerst am See und machen es sich auf Handtüchern bequem. Lotte packt tütenweise Gummibärchen und saure Schlangen aus, Sophie ein Baguette und Humus. Sie sehen Romy auf sich zukommen, die verschmitzt lächelt. Sie setzt sich zu ihnen und packt Sekt, drei Becher und ihre orange Tupperware mit Cashewkernen aus. Das Gespräch zwischen den drei jungen Frauen entwickelt sich müßig, bis Romy im See verschwindet und Lotte zu Fuß nach Hause geht.
Fazit: Die Debütantin Marie Menke hat eine Freundschaft und deren Beständigkeit verhandelt. Sophie und Lotte kennen sich aus dem Kindergarten und waren über die folgenden Schuljahre hinaus einmal gute Freundinnen. In der Oberstufe stößt die Münchnerin Romy hinzu und pflegt eine Freundschaft zu Lotte, die Sophie außen vorlässt. Ich erfahre die Geschichte aus Sicht Sophies, die mich mit Rückblicken versorgt. Von Anfang an schwebt eine Ahnung von etwas Schlimmem, das passiert sein muss, über der Szenerie. Da ist Sophies Scham Lotte gegenüber wegen der Schrauben. Ihre Unsicherheit Romy gegenüber, die sie zu vergöttern, aber auch abzulehnen scheint. Mit dieser Ahnung hat die Autorin mich so neugierig gemacht, dass ich ihr fast blind gefolgt bin. Fast blind, weil mir die Charaktere nicht stimmig genug gezeichnet waren. Ich bekomme eine Ahnung von Romys Selbstgefälligkeit, doch mir ist nicht ganz klar geworden, wie sie so mühelos zwischen die beiden grätschen konnte. Lottes Passivität fand ich merkwürdig, Sophies Sozialneid den Städtern gegenüber schauerlich. Ich muss gestehen, dass ich ein nicht korrigiertes Leseexemplar in Händen hielt, aber so ist es nun mal. Davon abgesehen, dass die Geschichte in mir ein durchweg ungutes Gefühl erzeugt hat, hätte ich mir die Charaktere besser ausgearbeitet gewünscht. So bekam ich einen Rohstoff, der ein bisschen mehr Liebe gebraucht hätte. Für Leser*innen, die „Kosakenberg“ von Sabine Rennefanz oder „Furye“von Kat Eryn Rubik mochten.