Obsessive Freundschaft

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
leseliebee Avatar

Von

Der Coming-of-Age-Roman Spielverderberin von Marie Menke erzählt von einer intensiven und obsessiven Dreiecksfreundschaft zwischen den Mädchen Sophie, Lotte und Romy, die ihre gemeinsame Jugend auf dem Land verbringen und sich Jahre später dann in der Großstadt wiedertreffen.

Spielverderberin klang für mich nach einer spannenden Mischung aus intensiver Freundschaft, dunklen Geheimnissen und emotionaler Spannung – genau das, was ich eigentlich gern lese. Beim Lesen hatte ich aber leider Probleme, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Die Protagonistin blieb mir fremd, besonders ihre obsessive Art, an einer Freundschaft festzuhalten, konnte ich nicht nachempfinden. Vieles an ihrem Verhalten wirkte für mich eher jugendlich, weniger reflektiert – insgesamt fühlte sich das Buch deshalb eher wie ein Jugendroman an.

Auch die verschiedenen Zeitebenen haben mich teilweise verwirrt. Ich musste häufiger zurückblättern, um zu verstehen, wo genau die Geschichte gerade spielt. Die Auflösung gegen Ende kam dann für meinen Geschmack etwas zu abrupt – da hätte ich mir mehr Raum für Emotionen und Verarbeitung gewünscht.

Trotzdem mochte ich die Grundidee und die Atmosphäre; man spürt, dass die Autorin ein gutes Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken hat. Mir persönlich hat aber die Tiefe gefehlt, um wirklich mitzufühlen und die Geschichte lange im Kopf zu behalten.