Schöner Sprachstil, schwere Stimmung

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vo.nicole Avatar

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In "Spielverderberin" erzählt Marie Menke von einer intensiven Freundschaft zwischen drei jungen Frauen, die sich zwischen Dorfkindheit und Großstadtleben abspielt. Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, erst in der Oberstufe kommt Romy dazu. Die neue Dreierkonstellation ist geprägt von Nähe, Bewunderung und unterschwelliger Spannung. Als die drei versuchen, ihre Freundschaft in ihren frühen Zwanzigern wiederaufleben zu lassen und Romy plötzlich verschwindet, werden alte Wunden aus der Vergangenheit wieder aufgerissen.

Besonders spannend fand ich den Fokus auf Freundschaft statt auf romantische Beziehungen. Ein Thema, das man in Romanen deutlich seltener in dieser Tiefe findet. Auch das Spannungsfeld zwischen Dorf und Stadt ist gut eingefangen, in einigen Gedanken und Beobachtungen konnte ich mich wiederfinden, auch wenn es manchmal etwas klischeehaft dargestellt wird. Der Schreibstil dabei ist durchweg flüssig und sehr angenehm zu lesen. Man liest aus der Perspektive von Sophie in zwei unterschiedlichen Zeitebenen, was das Buch kurzweilig macht.

Trotzdem bin ich emotional nicht richtig warm geworden mit der Geschichte. Keine der drei Protagonistinnen war mir wirklich sympathisch, und ich habe wenig Identifikationspotenzial gespürt. Die Grundstimmung empfand ich als eher schwer und bedrückend, mir fehlte die Leichtigkeit. Auch das Ende hat für mich einige Fragen offen gelassen.

Alles in allem ist "Spielverderberin" für mich ein Debütroman mit einem schönen Schreibstil und einem interessanten Thema, aber mir fehlte die Verbindung zu den Figuren.