Sozialstudie einer Dreierfreundschaft

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ZUM BUCH

„Spielverderberin“ ist der Debütroman von Marie Menke.

In 12 Kapiteln werden auf 213 Seiten zwei Stränge mit zeitlichem Abstand von 4 Jahren abwechselnd aus der Perspektive einer Protagonistin erzählt.

Es geht um drei Schulfreundinnen und ihre Dreierbeziehung, die ihre ganz eigene Dynamik entwickelt.
Sophie und Lotte kommen aus Aulbach im Süthland, einem fiktiven Bauerndorf. Sie kennen sich schon seit Kindertagen und ihre Mütter sind befreundet.
Romy zieht aus München nach Aulbach und stößt in der Oberstufe auf die beiden. Fortan sind sie zu dritt, aber nicht wirklich. Lotte und Romy sind enger miteinander, als Lotte und Sophie es jeh waren und Sophie und Lotte sind auch nicht mehr das, was sie mal waren und Sophie und Romy sind … im Grunde mehr Zweckgemeinschaft als echte Freundschaft. Als Lotte krank wird, sind nur noch Romy und Sophie da und kommen sich näher, aber eine Party nach dem Abi endet fatal und verfolgt Sophie bis in die Gegenwart.


MEINE MEINUNG

Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen und konnte es nicht weglegen. Sowas passiert mir sehr selten. Die Sprache ist einfach toll: Einfach, nicht zu lange Sätze, dafür sehr bildlich und tiefgründig. Man kann sich auf den Inhalt zwischen den Zeilen konzentrieren und sich sein eigenes Bild machen.

Das Buch ist aus Sophies Sicht geschrieben und ich konnte ihre Perspektive sehr gut nachvollziehen. Auch ihre Schuldgefühle waren mir nicht fremd. Sie war zeitweise wie das fünfte Rad am Wagen, aber auch wichtig für die Balance der Dreierfreundschaft. Sie kam mit der Lüge, die sie bewahren sollte, auf Dauer einfach nicht klar.

Gerade der zweite Strang in der Gegenwart - vier Jahre nach dem Abi - zeigt sehr gut, wie fragil Freundschaften sein können, dass man sich auseinanderlebt und Lücken schafft, die nicht mehr überbrückt werden können, vor allem wenn eine Lüge im Spiel ist und nicht mit offenen Karten gespielt wird. Und dass Eltern sich zurückhalten sollten mit ihren Aktivitäten, auf Freundschaften Einfluss nehmen zu wollen.

Es ist keine sonderlich aufregende Story, eher eine Sozialstudie. Und ein Denkanstoß. Aber als solche durchaus gelungen.


FAZIT

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen und ich empfehle es uneingeschränkt.