Erfrischend und düster zugleich

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raysi Avatar

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Das Buch beginnt mit einem Wiedersehen dreier Freundinnen, die sich seit ihrem Abschlussjahr aus den Augen verloren haben. Seitdem sind vier Jahre vergangen. Schnell wird klar, dass einige ungelöste Konflikte zwischen ihnen liegen. Es dreht sich alles um eine Nacht, die ihr Leben verändert hat.
Die Erzählung springt zwischen den zwei Zeitpunkten hin und her, wodurch die Geschichte an Spannung gewinnt, die anfangs fast greifbar wird, aber leider gegen Ende einiges einbüßt.
Ein Grund dafür könnte sein, dass das Ende sehr abrupt und zu wenig ausgearbeitet scheint, da es den Leser etwas verloren zurück lässt.
Des Weiteren ist die allgemeine Stimmung sehr düster, was sicher gewollt ist, jedoch etwas zu sehr inszeniert scheint. Denn die Hauptperson wirkt im Laufe des Buches so unsympathisch, dass es schwer fällt, mit ihr mitzufühlen. Das ist sehr schade, da ich gerade anfangs ihre Gedanken nachvollziehen konnte, jedoch ihr Handeln im Laufe der Geschichte unmöglich fand. Natürlich muss man nicht immer eine heile Welt vorspielen, es wirkt nur etwas zu sehr gewollt negativ.

Ich würde das Buch trotz allem weiterempfehlen, da die aufgegriffenen Themen unglaublich spannend und neu sind. Wann beginnt Freundschaft, wie weit kann Freundschaft gehen? Welchen Unterschied macht ein ländliches und städtisches Umfeld beim Erwachsenwerden?
Die Geschichte zeigt auf, wie schwer es sein kann, eine „neue“ Welt zu entdecken, die die Eltern nicht kennen.
Der Schreibstil der jungen Autorin ist so anders und lässt sehr tief in die Gedanken und Gefühle der Hauptfigur blicken.

Auch wenn das Buch gegen Ende noch unausgereift scheint, lässt es definitiv auf das nächste Buch der Autorin hoffen, da sie einen unglaublich erfrischenden Stil besitzt.