Toxische Freundschaft auf dem Land
Gestaltung:
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Das Titelbild fand ich sehr spannend, denn es bietet Interpretationsspielraum. Es zeigt drei unterschiedlich farbige Schuhe, einer davon in dominantem Rot in der Mitte. Wahrscheinlich der von Romy. Daran angelehnt je ein grüner und ein blauer Schuh, vermutlich von Sophie und Lotte. Dieses Symbol für die Freundschaft der drei Mädchen gefiel mir, weil es ungewöhnlich ist. Die Farben sind dagegen eher gedeckt, daher wirkt das Bild etwas altmodisch und springt einem nicht sofort ins Auge. Im Laden hätte ich das Buch wahrscheinlich übersehen.
Inhalt:
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Lotte und Sophie sind in Bauernschaften im Süthland aufgewachsen. Man kennt sich und sieht sich jeden Tag und ist eng miteinander befreundet. Als die beiden in die Oberstufe des Gymnasiums gehen, zieht Romy aus München in die Nähe und freundet sich mit ihnen an. Sie ist ganz anders als die "Mädchen vom Land": unabhängiger, klüger, selbstbewusster und wilder. Vor allem Sophie ist davon sehr beeindruckt, aber Romy fühlt sich besonders mit Lotte eng verbunden. Kann eine solche Dreierkonstellation auf Dauer gut gehen?
Mein Eindruck:
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"»In dem Haus wohnen wieder Menschen«, sagte sie. Mein Kopf schoss hoch, in der Dämmerung war Romys Gesicht wie ausgebleicht. »Ich bin hingefahren«, sagte sie, »als die Umzugsfirma gerade da war. Sie haben etwas gefunden, im Keller.«Ich schnappte nach Luft. »Was haben sie gefunden?«»Keine Ahnung, aber sie haben die Polizei gerufen.«" (S. 25f)
Wie bereits erwähnt, hätte mich das Cover trotz seiner Symbolik nicht direkt angesprochen. Der Klappentext dagegen klang zunächst interessant.
Die Geschichte wird aus Sophies Perspektive in der Ich-Form erzählt, somit erlebt der Leser das Geschehen aus einem einseitigen, subjektiven Winkel heraus. Und genau das war das Problem für mich. Sophie ist mir von Anfang an nicht sympathisch gewesen. Sie hat ein sehr schwaches Selbstbewusstsein und permanent Komplexe, weil sie "vom Land" ist. Obwohl sie schon lange vorher mit Lotte befreundet war, versucht sie nicht nur, die Freundschaft zu Romy zu forcieren, sondern verübelt auch Lotte, dass diese mit Romy ebenfalls befreundet ist. Sie würde gerne Romy für sich alleine haben und entwickelt dahingehend eine regelrechte Obsession.
Der Leser hängt sehr in Sophies Gedankenkarussell fest, das um die Faszination für Romy, das schlechte Gewissen gegenüber Lotte und die Unterschiede Stadt- zu Landmenschen kreist. Das fand ich auf Dauer sehr nervend und teils auch langweilig.
Der einzige Grund, das Buch bis zum Ende durchzulesen, war das Geheimnis um Lottes Gesundheitszustand bzw. den Unfall, der dazu führte. Sophie erzählt im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sodass die Handlungsstränge sich gegenseitig immer wieder unterbrechen und man neugierig auf die Auflösung wird.
Leider ist das Ende dann weniger spektakulär als erhofft und gerade als es spannend wird, ist der Roman auch schon zu Ende.
Mich konnte das Buch leider nicht erreichen, ich habe mich die meiste Zeit eher durchgequält. Zudem hat man durch die einseitige Erzählperspektive nicht viel über die Gedanken und Emotionen von Romy und Lotte erfahren. Vor allem Lotte blieb eine sehr blasse Figur.
Fazit:
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Sehr eindimensional erzählter Roman über eine toxische Dreier-Freundschaft mit wenig Spannung und enttäuschender Auflösung.
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Das Titelbild fand ich sehr spannend, denn es bietet Interpretationsspielraum. Es zeigt drei unterschiedlich farbige Schuhe, einer davon in dominantem Rot in der Mitte. Wahrscheinlich der von Romy. Daran angelehnt je ein grüner und ein blauer Schuh, vermutlich von Sophie und Lotte. Dieses Symbol für die Freundschaft der drei Mädchen gefiel mir, weil es ungewöhnlich ist. Die Farben sind dagegen eher gedeckt, daher wirkt das Bild etwas altmodisch und springt einem nicht sofort ins Auge. Im Laden hätte ich das Buch wahrscheinlich übersehen.
Inhalt:
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Lotte und Sophie sind in Bauernschaften im Süthland aufgewachsen. Man kennt sich und sieht sich jeden Tag und ist eng miteinander befreundet. Als die beiden in die Oberstufe des Gymnasiums gehen, zieht Romy aus München in die Nähe und freundet sich mit ihnen an. Sie ist ganz anders als die "Mädchen vom Land": unabhängiger, klüger, selbstbewusster und wilder. Vor allem Sophie ist davon sehr beeindruckt, aber Romy fühlt sich besonders mit Lotte eng verbunden. Kann eine solche Dreierkonstellation auf Dauer gut gehen?
Mein Eindruck:
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"»In dem Haus wohnen wieder Menschen«, sagte sie. Mein Kopf schoss hoch, in der Dämmerung war Romys Gesicht wie ausgebleicht. »Ich bin hingefahren«, sagte sie, »als die Umzugsfirma gerade da war. Sie haben etwas gefunden, im Keller.«Ich schnappte nach Luft. »Was haben sie gefunden?«»Keine Ahnung, aber sie haben die Polizei gerufen.«" (S. 25f)
Wie bereits erwähnt, hätte mich das Cover trotz seiner Symbolik nicht direkt angesprochen. Der Klappentext dagegen klang zunächst interessant.
Die Geschichte wird aus Sophies Perspektive in der Ich-Form erzählt, somit erlebt der Leser das Geschehen aus einem einseitigen, subjektiven Winkel heraus. Und genau das war das Problem für mich. Sophie ist mir von Anfang an nicht sympathisch gewesen. Sie hat ein sehr schwaches Selbstbewusstsein und permanent Komplexe, weil sie "vom Land" ist. Obwohl sie schon lange vorher mit Lotte befreundet war, versucht sie nicht nur, die Freundschaft zu Romy zu forcieren, sondern verübelt auch Lotte, dass diese mit Romy ebenfalls befreundet ist. Sie würde gerne Romy für sich alleine haben und entwickelt dahingehend eine regelrechte Obsession.
Der Leser hängt sehr in Sophies Gedankenkarussell fest, das um die Faszination für Romy, das schlechte Gewissen gegenüber Lotte und die Unterschiede Stadt- zu Landmenschen kreist. Das fand ich auf Dauer sehr nervend und teils auch langweilig.
Der einzige Grund, das Buch bis zum Ende durchzulesen, war das Geheimnis um Lottes Gesundheitszustand bzw. den Unfall, der dazu führte. Sophie erzählt im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sodass die Handlungsstränge sich gegenseitig immer wieder unterbrechen und man neugierig auf die Auflösung wird.
Leider ist das Ende dann weniger spektakulär als erhofft und gerade als es spannend wird, ist der Roman auch schon zu Ende.
Mich konnte das Buch leider nicht erreichen, ich habe mich die meiste Zeit eher durchgequält. Zudem hat man durch die einseitige Erzählperspektive nicht viel über die Gedanken und Emotionen von Romy und Lotte erfahren. Vor allem Lotte blieb eine sehr blasse Figur.
Fazit:
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Sehr eindimensional erzählter Roman über eine toxische Dreier-Freundschaft mit wenig Spannung und enttäuschender Auflösung.