Verschenktes Potenzial

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ellinorliest Avatar

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Wie viele Personen verträgt eine Freundschaft? Nur zwei? Oder doch drei? Ich würde sagen, es kommt darauf an. Mit manchen Menschen passt es zu zweit am besten, mit anderen dagegen wieder nur dann, wenn noch weitere Personen dabei sind.
Die Freundschaft von Sophie und Lotte scheint eine zu sein, die am besten zu zweit funktioniert- zumindest wenn man sie aus Sophies Sicht betrachtet. Bei Lotte scheint dies etwas anders zu sein, denn als Romy dazukommt, wird die Freundschaft zu Sophie auf die Probe gestellt. Romy kommt aus der großen Stadt und ist daher für die beiden Mädchen spannend und exotisch. Als das Abitur vorbei ist und alle ihre Wege gehen, nimmt die Geschichte eine weitere Wendung.
Ich finde den Gedanken, Freundschaften genauer zu untersuchen sehr spannend. Denn, wie es auch im Buch gesagt wird, bei Trennung und Liebeskummer wissen wir, was zu tun ist. Was jedoch auch recht häufig vorkommt, ist das Ende von Freundschaften. Dabei gibt es solche durch Umzüge oder andere räumliche Trennungen wie Schulwechsel, diese sind zwar traurig, aber meist nicht so schmerzhaft. Und dann gibt es die, bei denen eine lange tiefe Verbundenheit durch sich ändernde Interessen, plötzliche Ereignisse oder ein neues Umfeld zerreißt. Das ist die schmerzhafte Variante. Spielverderberin hätte also sehr Potenzial gehabt und Marie Menke schreibt auch schön, rein sprachlich gefiel mir das Buch wirklich gut. Mein Problem waren die vielen zeitlichen Sprünge und die Dinge, die ich mir beim Lesen erst mühsam heraussagen musste. Ich konnte die Handlungen (vor allem von Sophie) oft nur schwer nachvollziehen. Lotte kam mir insgesamt auch viel zu wenig vor.
Zusätzlich gibt es noch die Stadt-Land-Thematik. Diese wurde mir viel zu klischeehaft dargestellt, es gab da auch nur schwarz-weiß. Das fand ich ebenfalls sehr schade, dazu habe ich schon bessere Bücher gelesen.