Verstörende Freundschaft
Marie Menke legt mit ihrem Debüt "Spielverderberin" einen eindringlichen Roman über die Dynamik zwischen Freundschaft, Abhängigkeit und Selbstfindung vor.
Spielverderberin erzählt von drei Freundinnen, die sich nach ihrer Schulzeit aus den Augen verloren haben, jedoch nach Jahren wieder treffen um ihre Freundschaft aufleben zu lassen, doch die Vorkommnisse in der Vergangenheit lassen eine wirkliche Nähe nicht mehr zu.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Sophie erzählt, die in der Rückschau auf ihre Jugend blickt. Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, sie stammen aus derselben Bauerschaft im Süthland. Erst in der Oberstufe kommt Romy, das Mädchen aus der Stadt dazu. Dadurch wird Sophia in die Beobachterrolle gedrängt. Denn Lotte und Romy sind nun unzertrennlich. Sophia ist ebenfalls von Romy fasziniert und wäre auch gerne ihr befreundet. Sie fühlt sich ausgeschlossen. Drei sind einer zu viel.
Die Autorin Marie Menke schreibt in einer sehr schönen klaren schnörkellosen Sprache. Die Story ist atmosphärisch dicht, mit Zwischentönen, die in Andeutungen auf die Geschehnisse in der Vergangenheit hindeuten. Dadurch fiel es mir schwer zu den Protagonistinnen eine echte Verbindung aufzunehmen. Ich fragte mich, fast bis zum Schluss, was ist mit denen eigentlich los. Freundschaft geht für mich anders. Ich empfand es als seltsam, wie Sophia hinter Romy her schnüffelte, jeden ihrer Schritte auf Instagram verfolgte. Das hatte für mich schon krankhafte Züge. Mir persönlich war gerade Romy, in ihrer Unzuverlässigkeit am unsympathischsten.
Sophias Minderwertigkeitsgefühle als Landmädel gegenüber Stadtmenschen konnte ich nachvollziehen. In meiner Jugend dachte ich ähnlich.
Insgesamt ein eher bedrückender Roman.