Vielversprechende Idee mit verschenkt­em Potenzial

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In Spielverderber von Marie Menke begleiten wir die Geschichte dreier junger Frauen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Nach und nach entsteht das Bild einer intensiven, zunehmend problematischen Beziehung, in der alte Erinnerungen, Abhängigkeiten und unausgesprochene Konflikte eine zentrale Rolle spielen.

Das Buch ließ sich insgesamt gut lesen und konnte mein Interesse zunächst wecken. Trotzdem blieb bei mir am Ende das Gefühl zurück, dass hier sehr viel Potenzial verschenkt wurde. Die Grundidee ist spannend und hätte Raum für deutlich mehr Tiefe, Spannung und emotionale Entwicklung geboten. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist grundsätzlich ein gelungenes Stilmittel, das den Figuren mehr Tiefe hätte verleihen können. Leider bleibt dieser Ansatz oft zu oberflächlich und wirkt stellenweise zu abrupt oder unvollständig.

Bedauerlicherweise konnte ich zu keiner der Figuren wirklich eine Beziehung aufbauen. Sie kamen mir insgesamt eher unsympathisch vor. Besonders kritisch sehe ich vor allem Sophies Besessenheit von Romy. Sie wirkt auf mich eher befremdlich als nachvollziehbar.

„Spielverderber“ ist für mich ein Buch, das hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Idee und Ansatz sind interessant, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht überzeugen.