Zerrüttete Freundschaften

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hummelfreu2703 Avatar

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Maria Menkes neues Buch "Spielverderberin" hat mich von Beginn an eingenommen. Es geht um die drei Schulfreundinnen Lotte, Sophie und Romy. Lotte und Sophie sind gemeinsam in Aulbach aufgewachsen und kennen sich schon seit der Kindheit. Im Gymnasium zieht Romy von der Großstadt München in das ländliche Aulbach und drängt sich zwischen rein. Romy ist ganz anders als die anderen beiden. Sie ist selbstbewusst, schön und bestimmend.
Das Buch lebt von den Emotionen und der inneren Zerrissenheit der Protagonisten. Die Geschichte wird aus zwei zeitlichen Perspektiven erzählt. Die Geschichte umkreist eine dramatische Nacht nach dem Abitur, bei der Lotte etwas zustößt. Seite für Seite kommt man dem Drama näher.
Die Freundschaften sind nicht ausgeglichen, eine nimmt mehr als die andere und dennoch scheinen sie auf ewig miteinander verbunden. Die Autorin versteht es, diese Dynamik dramatisch zu zeichnen.
Ein weiteres Thema ist die Spaltung von "Städtlern" und "Ländlern". Ich konnte mich gut in alle Protagonisten reinversetzen und die Verschiedenheiten verstehen. Zum Schluss wurde mir die Thematisierung dann doch etwas viel und ich empfand sie als etwas überzogen.
Alles in allem ein starkes Debüt und ein tolles Lesevergnügen. "Spielverderberin" kann ich gerne weiterempfehlen.